Giovanni Savorani auf der Pressekonferenz
Präsident Savorani (Mitte) beklagte die starken Einbrüche auf allen wichtigen Märkten. (Quelle: Confindustria Ceramica)

Industrie 2023-12-22T23:00:00Z Fliesenindustrie Italien 2023: „Ein schwarzes Jahr“

Italiens Fliesenhersteller erleiden Verluste auf allen Märkten. Der übliche Produktionsstopp um den Jahreswechsel verlängert sich bis nach Mitte Januar und darüber hinaus – in einigen Fällen auch, um Anlagen zu modernisieren.

Wie bereits seit Monaten vorauszusehen, schlossen Italiens Fliesenunternehmen das Jahr 2023 mit zweistelligen Rückgängen in der Produktion, dem Absatz und im Export: So gab der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 19,3 Prozent auf 362 Millionen Quadratmeter nach, während die Exporte um 22,1 Prozent auf 277 Millionen Quadratmeter zurückfielen. Alle wichtigen Auslandsmärkte hatten seit Beginn des Jahres mit massiven Einbrüchen zu kämpfen.

2023: Wichtige Märkte im Strudel der Krise

Dies gab der Präsident des Italienischen Verbands der Fliesenhersteller Confindustria Ceramica, Giovanni Savorani, auf der Pressekonferenz am 18. Dezember Sassuolo bekannt. „Wir durchlaufen gegenwärtig eine Krise der Nachfrage, die, ausgelöst durch die Hochzinspolitik der BCE, alle für uns strategischen Märkte erfasst hat“, so Savorani. Der Präsident unterstrich gegenüber den Journalisten die Rückgänge in Deutschland in einer Höhe von 30 Prozent sowie die hohen Verluste sowohl in Frankreich als auch auf dem US-amerikanischen Markt. 

Die Produktionsmenge habe um prognostizierte 90 Millionen Quadratmeter auf 341,2 (2022: 431,2) Millionen Quadratmeter nachgegeben.

Ein Drittel der Beschäftigten in Kurzarbeit?

Große und kleinere Unternehmen hätten bereits Anträge auf Kurzarbeit gestellt, so Savorani. Insgesamt könnte diese bis zu 6.000 Mitarbeiter betreffen. Hierbei handle es sich jedoch um eine „Vorrats-Maßnahme“, die in dieser Größenordnung nicht unbedingt eintreffen muss. Die italienischen Fliesenunternehmen beschäftigen insgesamt gut 18.600 Mitarbeiter (Stand 2022) direkt. 

Um die Lagermenge in Grenzen zu halten, seien bereits im Jahresverlauf Produktionsanlagen selektiv zeitweise angehalten worden. „Der übliche Fertigungsstopp zum Jahreswechsel wird sich im Allgemeinen bis über die Januar-Mitte hinaus weiter fortsetzen und könnte in einigen Fällen in den folgenden Wochen andauern.“ 

Manche Unternehmen, so Savorani, nutzten die gegenwärtige Situation nicht nur für die normalen Wartungsarbeiten an den Anlagen, sondern führten Investitions- und Modernisierungsmaßnahmen aus.

zuletzt editiert am 12. Juni 2025
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