Eine Delegation der deutschen Tonlieferanten hat sich mit dem italienischem Industrieverband Confindustria Ceramica getroffen. In dem Gespräch wurde deutlich: Ton-Importe aus Deutschland steigen. Die Lieferungen aus der Ukraine gelten weiterhin als sicher. Aus Italien berichtet unser Korrespondent Uwe Leppert. (Foto: Confindustria Ceramica)
Am 28. November hielt sich eine Delegation von deutschen Tonlieferanten und ihren Speditionsunternehmen am Sitz des italienischen Industrieverbandes zu einem Meinungsaustausch mit Verbandschef Vittorio Borelli und dem Verantwortlichen für Transportfragen und Rohstoffen Villiam Tioli auf. Deutschland ist neben der Ukraine und der Türkei eines der wichtigsten Lieferländer der italienischen Keramikindustrie.
„Routinemäßige Bestandsaufnahme“
Hintergrund des Treffens seien die „routinemäßigen Bestandsaufnahmen“ bezüglich der Versorgung der italienischen Unternehmen mit Tonmaterialien. Die Lieferungen aus der Ukraine, wichtigster Lieferant für weißen Ton, verliefen planmäßig, obwohl einige der Gruben in Gegenden liegen, die vom Konflikt zwischen der Ukraine und Russland betroffen sind. Weder bei den Mengen, noch den Lieferzeiten noch bei den Kosten seien Probleme oder Schwankungen aufgetreten, so der Verband in einer Pressemitteilung. Trotzdem sei bei dem Treffen sondiert worden, wie die bestehende Zusammenarbeit mit den deutschen Partnern ausgebaut werden könne. Dies würde eine Steigerung des Tonabbaus in Deutschland und einen Transport auf dem Schienenweg zum Inhalt haben.
Während des Treffens mit den deutschen Gästen wurde auch der Umfang der Lieferungen aus Deutschland analysiert. Den Höchststand erreichten die Lieferungen mit 1,6 Mio. Tonnen jährlich in den 90er Jahren. Im Jahr 2009 - ein Jahr nach der Finanzkrise 2008 - erreichten die Mengen mit einen Wert von 686.000 Tonnen ihren tiefsten Punkt. Seit einigen Jahren steigen die Volumina wieder um ungefähr 10 Prozent pro Jahr. Diese Zuwachsraten liegen etwas höher als das Wachstum der Produktion von Feinsteinzeug, das auch mit deutschen Tonen gefertigt wird.
FLIESEN & PLATTEN berichtete bereits im Juni zu diesem Thema .
