Der Präsident des Herstellerverbandes Confindustria Ceramica Giovanni Savorani (Quelle: Uwe Leppert)
Giovanni Savorani: Höhenflug der Mengen, auf Sichtflug bei den Kosten. (Quelle: Uwe Leppert)

Industrie

16. December 2021 | Teilen auf:

Fliesenhersteller Italien: deutliches Absatzplus bei steigenden Kosten

Die Fliesenunternehmen verzeichnen im Jahr 2021 sehr gute Mengenabsätze. Steigende Kosten stellen die Betriebe weiter auf eine harte Probe.

Mit einer Menge von 458 Millionen ausgelieferten Quadratmetern konnten Italiens Fliesenhersteller in diesem Jahr die Verluste der Pandemie mehr als ausgleichen. Sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten standen die Zeichen auf Mengenwachstum. In diesem Sinne erläuterte der Präsident des Herstellerverbands Confindustria Ceramica Giovanni Savorani auf der Pressekonferenz vom 14. Dezember den Jahresverlauf des Fliesengeschäfts aus italienischer Sicht.

Bestes Ergebnis seit über zehn Jahren

So habe sich die „positive Tönung“ der Absatzentwicklung nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen ab Mai 2020 bis in den gesamten Geschäftsverlauf 2021 weiter fortgesetzt. Die vorläufige Absatzmenge von 458 (2020: 391) Millionen Quadratmetern für das Jahr 2021 zeige nach den Worten Savoranis, dass die Keramikfliese in den Zeiten der Pandemie als attraktives Material für die Verkleidung von Boden- und  Wandflächen wahrgenommen werde. Italiens Fliesenindustrie kehrt hiermit nicht nur auf das gewohnte Absatzniveau vor der Pandemie zurück: Vielmehr ist es das beste Mengenergebnis seit über einem Jahrzehnt, dass so seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr erreicht werden konnte. Auch die Produktion, die im Jahr 2020 auf durchaus nervös machende 344,3 Millionen Quadratmeter absackte, wird sich voraussichtlich auf eine Menge von ungefähr 430 Millionen Quadratmeter verbessern können.

Der Präsident Giovanni Savorani berichtete von guten Verkaufsergebnissen auf allen Märkten, mit Ausnahme des asiatischen Raums.

Sorge vor steigenden Kosten

Mit großer Besorgnis blicken Italiens Unternehmen und ihr Verband auf die weiterhin drastisch steigenden Kosten in der Produktion und in den vertrieblichen Infrastrukturen wie zum Beispiel dem Container-Geschäft. Die Produktionskosten, allem voran die Vervierfachung der Preise für Methangas, könnten  von den Unternehmen weder absorbiert noch auf die Verkaufspreise umgelegt werden. Preiserhöhungen und unsichere Verfügbarkeit bei einzelner Rohstoffen für die Pressmasse machten die operative Planung der Produktion einzelner Artikel zu einem Problem.

zuletzt editiert am 22.12.2021