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Das Jahr 2011 hat nicht gut begonnen für die saarländische Bauwirtschaft. (Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

2011-04-12T00:00:00Z Fehlstart für die saarländische Bauwirtschaft

Während bundesweit die Konjunktur zulegt, spricht die saarländische Bauwirtschaft von einem Fehlstart ins Jahr 2011. Auch der Rückblick auf 2010 fällt an der Saar eher negativ aus. (Foto: Rainer Sturm, pixelio.de)

2,4 Prozent weniger Umsatz bedeuten für die mittelständische Bauwirtschaft im Saarland einmal mehr rote Zahlen und nicht ausgelastete Kapazitäten, schreibt der Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft des Saarlandes (AGV Bau). Das Jahr 2010 habe der Branche viel Geduld, Beharrlichkeit, Mut und Flexibilität abverlangt. Dennoch hätten die saarländischen Baubetriebe überraschend robust auf den dramatischen Wirtschaftseinbruch reagiert und den Stresstest weitgehend gut gemeistert. Der Rückgang der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr (-31 %) sei nur ein Beispiel dafür, heißt es in einer Pressemitteilung.

Verpatzter Start ins Baujahr 2011

Verglichen mit der Baukonjunktur im Bundesgebiet könne man im Saarland von einem eindeutigen Fehlstart ins Jahr 2011 sprechen. Ob dies ausschließlich auf die Witterungseinflüsse oder die niedrigen Basiswerte zurückzuführen ist, bleibt fraglich, so der AGV Bau. Als einziges Bundesland musste das Saarland beim baugewerblichen Umsatz im Bauhauptgewerbe einen Verlust von 4,7 % und beim Auftragseingang von 4,5 % verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum verkraften.

Schrieb man bei den Umsatzzahlen sowohl im Wohnungsbau als auch im Wirtschaftsbau tiefrote Zahlen, so war es 2010 einzig der öffentliche Bau, der mit 58,6 % den Absturz auffangen konnte. Anlass zur Hoffnung geben die positiven Auftragseingänge im Wohnungsbau (+10,4 %), die sowohl auf Neubaumaßnahmen infolge der verbesserten Stimmung bei Privathaushalten als auch auf energetische Sanierungsmaßnahmen zurückzuführen sein dürften.

KfW-Programme aufstocken

Angesichts der von der Bundesregierung aufgrund des Reaktorunfalls im japanischen Kernkraftwerk Fukushima eingeleiteten Energiewende fordert der AGV Bau die Bundesregierung auf, sich daran zu erinnern, dass es die sicherste und beste Energiequelle ist, Energie zu sparen. Da 40 Prozent des Primärenergiebedarfs Deutschlands in den Gebäudebestand fließen, sollte das Sanierungstempo deutlich beschleunigt werden. Für den Bereich der energetischen Gebäudesanierung fordert die saarländische Bauwirtschaft, die KfW-Programme "Energieeffizient Bauen und Sanieren" wieder auf mindestens 2 Mrd. Euro aufzustocken und auf dieser Höhe zu verstetigen, um die angestrebten Ziele des Energiekonzepts zu erreichen.

Der Wirtschaftsbau startet an der Saar mit einem moderaten Auftragsplus von 4,6 % ins Jahr. Dennoch blieb die Situation vorerst noch labil, heißt es in der Pressemitteilung. Zwar sei die Nachfrage nach Wirtschaftsbauten gestiegen, vorerst dürfte jedoch mit Erweiterungsinvestitionen in großem Umfang nicht zu rechnen sein. Hier wird erst für die zweite Jahreshälfte mit einer gestiegenen Belebung der Bautätigkeit gerechnet; vorausgesetzt, es kommt durch die Krise in Japan nicht zu Produktionshindernissen und daraus resultierender Verunsicherung der heimischen verarbeitenden Industrie.

Sorgen müssen sich laut AGV Bau vor allem die Unternehmen machen, die im öffentlichen Bau tätig sind. Hier falle die Orderlage mit -15,3 % äußerst enttäuschend aus. Aufgrund der im Saarland überwiegend abgearbeiteten Konjunkturpakete und der desolaten Haushaltslage von Land, Kommunen und Gemeinden dürfte das Jahr 2011 den saarländischen Baubetrieben ein schwieriges Jahr bereiten.

Fachkräfteengpass

Die Beschäftigtensituation hat sich an der Saar trotz Umsatzrückgang erstaunlich robust entwickelt: Die saarländischen Unternehmen des Bauhauptgewerbes haben laut Verbandsumfrage rund 20 Prozent mehr gewerbliche Arbeitnehmer beschäftigt als noch ein Jahr zuvor. Für die Zukunft sei aber selbst im Falle leicht rückläufiger Umsätze mit einem Fachkräfteengpass zu rechnen: Seit Jahren übersteigen die altersbedingten Abgänge die Zugänge an Nachwuchskräften. Bislang konnten die Unternehmen diese Lücke noch aus der Arbeitslosenreserve schließen, das werde jedoch in Zukunft schwieriger, so der AGV Bau.

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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