Der positive Ausbildungstrend in der Bauindustrie setzt sich fort. Die Unternehmen wollen so vor allem ihren Bedarf an Fachkräften decken. Die Bereitschaft der Betriebe stößt allerdings auch an Grenzen: Rückläufige Bewerberzahlen und mangelhafte Ausbildungsreife der Schulabgänger machen den Bauunternehmen Sorgen. (Foto: Stephanie Hofschläger / pixelio.de)
"Jedes sechste deutsche Bauunternehmen will in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze bereitstellen", kündigte in Berlin der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie Michael Knipper, an. In den Jahren 2009 und 2010 habe hingegen nur jedes zehnte Bauunternehmen sein Ausbildungsangebot anheben wollen.
Der Hauptverband stützt seinen Optimismus auf eine umfangreiche Sonderauswertung der aktuellen Ausbildungs-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Danach wollen mehr als 16 Prozent der befragten Bauunternehmen 2011 mehr Ausbildungsplätze anbieten als im Vorjahr, bei den größeren Unternehmen mit 200 Beschäftigten und mehr sind dies sogar 22 Prozent.
Positiver Trend setzt sich fort
"Damit setzt sich der positive Ausbildungstrend des vergangenen Jahres fort", betont Knipper. Bereits zu Beginn des Ausbildungsjahres 2010/2011 habe der Verband rund 12.000 neue Lehrverträge registriert - knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Leitmotiv der Bauunternehmen ist nach den Umfrageergebnissen die "Sicherung des Fachkräftebedarfs": 60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass dieses Motiv für ihre Ausbildungspläne maßgeblich sei. Im Vorjahr waren das noch weniger als 40 Prozent.
Die zunehmende Ausbildungsbereitschaft stößt jedoch - wie die DIHK-Ausbildungs-Umfrage zeigt - schon jetzt an Grenzen, schreibt der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Zum einen melden 55 Prozent der Unternehmen rückläufige Bewerberzahlen. Zum anderen beklagen drei Viertel der befragten Unternehmen eine mangelhafte Ausbildungsreife der Schulabgänger. Bei jedem zweiten Bewerber fehlen selbst elementare Rechenfertigkeiten, so der Verband.
Soziale Verantwortung
Trotzdem seien 70 Prozent der Bauunternehmen grundsätzlich bereit, neue Ausbildungsplätze auch mit lernschwächeren Jugendlichen zu besetzen. 52 Prozent der Unternehmen wollen demnach versuchen, die Mängel mit eigener Nachhilfe aufzufangen, 40 Prozent ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Der Hauptverband begrüßt, dass deutsche Bauunternehmen zunehmend auch soziale Verantwortung übernehmen, heißt es abschließend in einer Pressemitteilung.
