Boden- und Treppenbeläge in Wellness-Bereichen müssen eine ausreichende Rutschsicherheit aufweisen. Zur Beurteilung der jeweiligen Anforderungsprofile ist die Lage der einzelnen Bauteile von entscheidender Bedeutung. (Fotos: Marius Naturstein / Mönchengladbach)
Anders als bei keramischen Fliesen bieten viele Natursteine im Wellness-Bereich die notwendige Rutschsicherheit bereits von Natur aus. Bei diesen Steinen sind keine zusätzlichen Bearbeitungsschritte erforderlich.
Die Prüfung der Rutschsicherheit erfolgt gemäß DIN 51097 - Prüfung von Bodenbelägen; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft; Naßbelastete Barfußbereiche; Begehungsverfahren; Schiefe Ebene. Häufig wird der Fehler gemacht, dass Anforderungen an die Rutschsicherheit in Bädern und Wellness-Bereichen in R-Klassen angegeben werden. Dies ist falsch. Die Prüfung der R-Klassen erfolgt nur für Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr. Hierbei kommt ebenfalls, wie bei der Prüfung gemäß DIN 51097, die schiefe Ebene als Prüfanordnung zum Einsatz.
Der Unterschied besteht darin, dass zur Prüfung der R-Klassen für gewerbliche Arbeitsbereiche die Ebene mit definiertem Schuhwerk und einem definierten Gleitmittel (Motoren-Schmieröl der SAE-Viskositätsklasse 10 W-30) begangen wird. Bei der Prüfung für Schwimmbäder und Wellness-Bereiche erfolgt eine Barfußbegehung der schiefen Ebene.
Die Ergebnisse der beiden Verfahren sind nicht kompatibel. Es gibt keine Umrechnungskoeffizienten. Die Anforderungen an die Rutschsicherheit in Barfußbereichen erfolgt in den Bewertungsgruppen A, B und C. Die Bewertungsgruppe C stellt dabei die höchsten Anforderungen an die Rutschsicherheit. Sie kommt beispielsweise bei Treppen, die in Schwimmbecken führen oder Durchschreitebecken zum Tragen. Für die Beläge von Beckenumgängen und Duschbereiche müssen die Anforderungen an Bewertungsgruppe B erfüllt sein. Das geringste Anforderungsprofil stellt die Bewertungsgruppe A dar. Hierunter fallen beispielsweise Barfußgänge in Trockenbereichen sowie Einzel- und Sammelumkleideräume.
Eine detaillierte Übersicht der gesamten Bereiche in Wellness-Anlagen und Schwimmbädern finden Sie auf der Website der DGUV (Deutsche gesetzliche Unfallversicherung).

Natursteine mit spaltrauen Oberflächen erreichen von Natur aus sehr gute Werte in Bezug auf die Rutschsicherheit. Steine wie Silberquarzit oder Alta erfüllen ohne zusätzliche Bearbeitungen die Anforderungen der Bewertungsgruppe C. Durch mechanische Bearbeitungen der Oberfläche können prinzipiell alle Natursteine in unterschiedlichen Graden ausgeraut werden, so dass sie die Anforderungen der jeweiligen Bewertungsgruppen erfüllen. Eine optisch interessante Gestaltungsmöglichkeit sind die Dekogrip Oberflächen, die häufig im Bereich von Beckenumgängen eingesetzt werden. Diese sind in verschiedenen Dekoren erhältlich.