Gold für Deutschland: Bei der Europameisterschaft der Berufe im belgischen Spa-Franchorchamps, hat der Deutsche Fliesenleger Björn Bohmfalk die Goldmedaille gewonnen. Insgesamt sicherten sich deutsche Bauhandwerker zweimal Gold und dreimal Bronze, sowie vier „Medaillon of Excellence“ für vierte Plätze. (Foto: bb / Archiv FLIESEN & PLATTEN)
Am Ende stand er ganz oben auf dem Treppchen: Der 21-jährige Fliesenlegermeister Björn Bohmfalk aus dem niedersächsischen Großefehn hat bei der „EuroSkills“ genannten Europameisterschaft der Berufe die Goldmedaille gewonnen. Auf seinem Weg dorthin setzte er sich als niedersächsischer Landessieger und Deutscher Meister durch. Für die Vorentscheidung zu den Europameisterschaften trainierte er mit seinem Mitbewerber Hendrik Hiller aus dem bayerischen Rothenburg beim FLIESEN & PLATTEN-Forum in Köln. Während der Handwerkertage bei der Firma Karl Dahm am Chiemsee sicherte er sich dann das Ticket für die EM in Belgien. Es folgte ein öffentliches Training während des Tages der offenen Tür im Garten des Bundesbauministeriums, bevor sich Bohmfalk nun die begehrte Goldmedaille sicherte und Europameister wurde.

Während des dreitägigen Wettbewerbs musste er zwei Wände fliesen und dabei die Formel-1-Rennstrecke in Spa-Franchorchamps bzw. einen Rennwagen nachbilden. Bohmfalk war „gerade so fertig geworden“ und empfand vor allem die letzten Wettbewerbsminuten als stressig. Seine Konkurrenten aus Europa hat er im Wettbewerb nur wenig beobachtet, auch um sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Aber er hatte schlussendlich mit seinem Spitzenergebnis gerechnet und präsentierte mit Stolz seine Goldmedaille.
Beeindruckende Medaillenbilanz
Bohmfalk gehört zum sechsköpfigen EuroSkills-Team, das der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) nach Belgien entsandt hatte. Der Niedersachse war im Jahr 2010 Deutscher Meister geworden. Auf die EM hat ihn Fliesenlegermeister Günther Kropf aus Burghaslach in Bayern vorbereitet. Kropf ist seit Jahren Trainer der deutschen Fliesenleger bei internationalen Berufswettbewerben und kann eine beeindruckende Medaillenbilanz vorweisen. Die von Kropf trainierten Fliesenleger hatten zuletzt bei der EuroSkills 2010 in Lissabon Gold und bei der WorldSkills 2011 in London Silber geholt.

„Das war ein sehr erfolgreicher Wettbewerb für das deutsche Fliesengewerbe. Im Hinblickauf die WorldSkills in Leipzig im kommenden Jahr sind wir gut gerüstet“, erklärte Fliesenlegermeister Hans-Josef Aretz, Mitglied des ZDB-Vorstandes und Vorsitzender des Fachverbandes Fliesen und Naturstein in ZDB. Der Hauptgeschäftsführer des ZDB, Felix Pakleppa, gratulierte dem Nationalteam zu diesem Erfolg und erklärte: „Dieses tolle Ergebnis zeigt einmal mehr die Leistungsfähigkeit der Berufsausbildung im Baugewerbe. Insbesondere die inhabergeführten, mittelständischen Unternehmer leisten mit 80 Prozent den Löwenanteil und sorgen so für die Zukunftsfähigkeit der Branche.“
Die „EuroSkills 2012“ in Belgien waren die dritte Veranstaltung dieser Art. 403 Teilnehmer aus 23 europäischen Ländern waren in 44 Berufen angetreten. Der dreitägige Wettbewerb fand vom 4. Bis zum 7. Oktober 2012 im belgischen Spa-Francorchamps statt. Der nächste große Wettbewerb findet in Deutschland statt: 2013 ist Leipzig Gastgeber der WorldSkills genannten Weltmeisterschaft der Berufe.
Erfolgreiche Bauhandwerker
Bei der Europameisterschaft in Belgien hieß es am Ende zweimal Gold und dreimal Bronze für die deutschen Bauhandwerker, dazu kamen vier „Medaillon of Excellence“ für gute vierte Plätze. Die deutsche Bauwirtschaft hatte mehr als die Hälfte der Mitglieder der deutschen Berufe-Nationalmannschaft gestellt. Neben dem Fliesenleger Bohmfalk erhielten die Straßenbauer Thorben Peper (Rostock, Mecklenburg-Vorpommern) und Robin Berger (Pockau, Sachsen) als Team Goldmedaille. Bronze ging an Simon Stock, Anlagenmechaniker SHK (Hirschfeld, Sachsen) und an Christian Uetz, Klempner (St. Peter, Baden-Württemberg). Darüber hinaus erhielt das Team Installation, bestehend aus Simon Stock, Markus Müller, Elektroinstallateur (Kierspe, Nordrhein-Westfalen) und Markus Dietrich, Mechatroniker (Roßwein, Sachsen) eine weitere Bronzemedaille.
„Medaillons of Excellence“ gingen an das Stuckateur-Team Andreas Schenk (Ehingen-Altbierlingen, Baden-Württemberg) und Kadir Uzunsakaloglu (Ammerbuch, Baden-Württemberg), an Niklas Maas, Maler und Lackierer (Niederstadtfeld, Rheinland-Pfalz), an Christian Killer, Parkettleger (Pocking, Bayern) sowie an Sebastian Wichern, Maurer (Deinstedt-Mahlstedt, Niedersachsen).
Zwei fünfte Plätze für die Gebäudereiniger Steven Allerkamp (Wendeburg, Niedersachsen) und Sebastian Riegger (Kassel, Hessen) rundeten das äußerst gute Ergebnis des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks ab.
Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Dachdeckermeister Karl-Heinz Schneider aus Weimar, erklärte dazu: „Die mittelständischen Unternehmen sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Unsere inhabergeführten Betriebe erbringen mehr als 70 Prozent der Bauleistungen in Deutschland und bilden fast 80 Prozent aller Nachwuchskräfte aus. Dass wir in Spa mit einem so starken Team antreten konnten, das seine Chancen auf Medaillen genutzt hat, steht für die Stärke des deutschen Bau-und Ausbauhandwerks. Mit ihrer Ausbildungsleistung nehmen die Betriebe ihre Verantwortung wahr und investieren in die Zukunft unserer Branche.“