Die Herausforderungen in der Bauwirtschaft spiegeln sich in den Zahlen der Handelskooperation: Eurobaustoff verzeichnet beim Einkaufsvolumen einen leichten Rückgang.
Bei den privaten und öffentlichen Bauinvestitionen klafft aktuell eine 500-Milliarden-Euro-Lücke – das hat das Institut für Wirtschaft (IW) Anfang Juni in einem Gutachten für den Hauptverband der deutschen Bauindustrie (HDB) festgestellt. Parallel setzt sich der Abwärtstrend bei den Baugenehmigungen mit minus 22,2 Prozent bei Wohnungen im 1. Quartal 2024 weiter fort: Deutschland steuert auf einen neuen Rekord-Wohnungsmangel mit rund 800.000 fehlenden Wohnungen zu.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es von politischer Seite nach wie vor an einer geeigneten Wohnungsbaupolitik mit verlässlichen Strukturen fehlt, die der Bauwirtschaft als einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland hilft, die aktuelle Baukrise zu überwinden und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das sind Themen, die uns beschäftigen, die uns fordern und auf die wir Antworten finden müssen“, sagt Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Eurobaustoff-Geschäftsführung, im Vorfeld der diesjährigen Eurobaustoff-Gesellschafterversammlung. Die Fachhandelskooperation traf sich dieses Jahr zu ihrer turnusgemäßen Tagung vom 13. bis 15. Juni in Wien.
Rückgang beim Einkaufsvolumen
Die eingangs skizzierten Rahmenbedingungen spiegeln sich auch in den Zahlen der Handelskooperation für die ersten fünf Monate 2024 wider: Per 31. Mai 2024 verzeichnet Eurobaustoff beim zentral abgerechneten Einkaufsvolumen einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr musste nach dem Rekordjahr 2022 und der nachfolgend einsetzenden Baubremse mit einem Einkaufsvolumen von 7,687 Milliarden Euro ein Rückgang verbucht werden, erläutert Finanzgeschäftsführer Jörg Hoffmann.
Aufgrund der aktuellen Marktlage rechnet die Geschäftsführung mit weiteren Verschiebungen vom klassischen Neubaugeschäft hin zu Nachverdichtung, Sanierung und Renovierung. „Dabei ist das Sanierungsvolumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsätzlich deutlich größer als das Neubau-Segment“, wie Möller dazu ausführt.
Sanierungsmarkt mit geschulten Mitarbeiter:innen vorantreiben
Daher wird auch das in 2023 gestartete Vertriebskonzept „Koordinator Energetische Sanierung (KES)“ weiter forciert. Das Konzept habe sich bereits in kurzer Zeit mit bisher knapp 300 geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Gesellschafterhäusern sehr gut entwickelt. Ziel ist es, den Kunden im Schulterschluss mit den Fachunternehmen im Handwerk die entscheidende Unterstützung auf dem Weg zur staatlichen Förderung an die Hand zu geben und den Sanierungsmarkt voranzutreiben.
Bei der Prognose für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres ist die Eurobaustoff zurückhaltend: „Angesichts der bereits skizzierten Vorzeichen erwarten wir auch in 2024 noch keine Dynamisierung unseres Geschäftes“, so der Vorsitzende der Eurobaustoff-Geschäftsführung.
