Die Geschäftsführung (v. l.): Jörg Hoffmann, Dr. Eckard Kern (Vorsitzender), Hartmut Möller
Die Geschäftsführung (v. l.): Jörg Hoffmann, Dr. Eckard Kern (Vorsitzender), Hartmut Möller (Quelle: Eurobaustoff)

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16. March 2022 | Teilen auf:

Eurobaustoff: Umsatzanstieg durch Preissteigerungen

Die 452 Gesellschafter im Baustoffhandel der Kooperation Eurobaustoff haben im vergangenen Jahr rund elf Prozent mehr Umsatz gemacht – das lag allerdings vor allem an gestiegenen Preisen. Im Fliesensegment verhinderte der Fachkräftemangel eine positive Mengenentwicklung.

Es sei ein „Jahr der Sondereffekte“ gewesen, heißt es von Eurobaustoff: „Sondereffekte, die dafür gesorgt haben, dass wir 2021 sehr genau hinschauen müssen, woher das Wachstum kommt. Zusammenfassend lässt sich daher festhalten, dass der deutliche Umsatzanstieg 2021 in erster Linie preisbedingt ist. Der Mengenabsatz hat sich im zurückliegenden Jahr dagegen weitestgehend konstant gezeigt“, erklärt Jörg Hoffmann, Geschäftsführer Finanzen bei Eurobaustoff. Zu den gestiegenen Preisen war es durch Rohstoff- und Materialengpässe gekommen.

Unterschiedliche Geschäftsverläufe in den Warenbereichen

Die einzelnen Warenbereiche der Baustoffhändler waren unterschiedlich von den Lieferengpässen und steigenden Preisen im Jahr 2021 betroffen. Das Fliesensegment blickt mit einem Plus von 5,5 Prozent und damit einem weitestgehend stabilen Geschäftsverlauf in 2021 zurück. Dabei war die Warenverfügbarkeit nach wie vor hoch. Hier verhinderte in erster Linie der Fachkräftemangel eine positive Mengenentwicklung.

Der Warenbereich Trockenbau/Dämmstoffe verzeichnet für 2021 ein Umsatzplus von knapp 21 Prozent.

Im Dämmstoff-Segment bleibt die Lage durch erhebliche Kostensteigerungen und Versorgungsengpässe angespannt, der Absatz ist stabil.

Im Warenbereich Dach & Fassade/Baumetalle war das Geschäft in erster Linie von Preissteigerungen geprägt, die für ein Umsatzplus von insgesamt 11,7 Prozent im Jahresverlauf sorgten.

Der Hochbau mit einem Plus von 4,2 Prozent blieb in den wesentlichen Segmenten von massiven Preiserhöhungen verschont, Materialengpässe bei Putzen sowie Wärmedämmverbundsystemen störten den Bauverlauf. Das Tiefbau- und Galabau-Segment erzielte im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 12,7 Prozent.

Umsatzsprung bei Holz

Der Warenbereich Holz und Bauelemente meldet mit einem Plus von 21,4 Prozent den größten Umsatzsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während sich das Bauelemente-Geschäft mit einem Plus von 3,7 Prozent insgesamt konstant entwickelte, standen die konstruktiven Holzprodukte im vergangenen Jahr mit unkalkulierbaren Preissprüngen und zum Teil mangelnden Verfügbarkeiten vor besonderen Herausforderungen, die unter dem Strich für einen Umsatzsprung von 38 Prozent sorgten.

E-Stapler boomen

Im Technischen Einkauf (plus 17,6 Prozent) bewegten sich die Energie- und Kraftstoffpreise im gesamten Jahresverlauf 2021 auf einem anhaltend hohen Niveau. Vor diesem Hintergrund bleibt die Energie- und Kraftstoffeffizienz über das vergangene Jahr hinaus der wichtigste Gegenspieler für Preissteigerungen. Ein Grund, warum die Umrüstung der Staplerflotten von fossilen Brennstoffen zu Elektroantrieben im Baufachhandel derzeit im Fokus steht.

Unterbrochene Lieferketten und hohe Frachtkosten

„Der Einzelhandel hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Plus von 2,8 Prozent erreicht. Hier können wir von anhaltenden Störungen der Lieferketten und hohen Frachtkosten für Waren aus Asien berichten, die zu Preissteigerungen in einigen Sortimenten geführt haben“, sagt Hartmut Möller. Ebenso habe sich die Frequenz in den Märkten im vergangenen Jahr wieder erhöht, sei aber noch nicht wieder auf dem „Vor-Corona-Niveau“.

2022: „Auf Sicht fahren“

Wie sich die Geschäfte im laufenden Jahr entwickeln, ist seit dem Krieg in der Ukraine ungewiss: „Vor dem 24. Februar hätten wir aufgrund der insgesamt positiven baukonjunkturellen Rahmenbedingungen von guten Aussichten für unsere geschäftliche Entwicklung in 2022 gesprochen. Doch die unfassbaren und erschütternden Ereignisse in der Ukraine haben dafür gesorgt, dass auch wir in einer neuen Welt aufgewacht sind, deren mittel- und langfristigen Auswirkungen sich für Europa, Deutschland und am Ende für die Baubranche in der momentanen Situation nicht einschätzen lassen. Für uns heißt es daher zunächst auf Sicht zu fahren“, sagt Dr. Eckard Kern

zuletzt editiert am 16.03.2022