"Die vom Europäischen Parlament in Straßburg beschlossene Richtlinie gegen den Zahlungsverzug, die von verschiedenen Stellen als Sieg gegen den Schlendrian vor allem öffentlicher Verwaltungen gefeiert wird, bedeutet in Wirklichkeit eine weitere Verschlechterung für mittelständische Bauunternehmen und Handwerker," so Claus Weyers, Hauptgeschäftsführer des AGV Bau Saar, in einer aktuellen Pressemeldung.
Es sei zwar richtig, dass als mittelbares Ergebnis Behörden und Unternehmen verpflichtet würden, innerhalb von 30 Tagen ihre Rechnungen zu bezahlen; verschwiegen werde jedoch, so Weyers, dass eine Verlängerung dieser Frist auf 60 Tage ohne großen Aufwand möglich sei und eine neue Abnahmefrist eingeführt werde, die es bei privaten Bauherren bislang überhaupt nicht gebe und bei öffentlichen Auftraggebern gemäß VOB derzeit bei nur 12 Werktagen liege. Diese Frist betrage künftig zusätzlich 30 Tage, so dass bei Ausreizung aller Fristen die Unternehmen bis zu 3 Monate auf ihr Geld warten müssten.
Hier von einem Fortschritt oder einer Verbesserung zu sprechen sei, erklärte Weyers, eine höhnische Verkehrung der Realität. Übertroffen werde dies lediglich noch durch den Vorwurf der "Fachfrau des Parlaments", der SPD-Abgeordneten Weiler, die der Bauindustrie vorwirft, die Diskussion "verpennt" zu haben. Die Verbände der Bauwirtschaft hätten von Beginn an auf die Nachteile für die deutschen Unternehmen hingewiesen, zuletzt mit Schreiben an alle deutschen EU-Abgeordneten - unter anderen auch an Frau Weiler -, erläuterte der Hauptgeschäftsführer .