Die Premiere verlief viel versprechend: Mehr als 120 Teilnehmer informierten sich während der 1. Innovationstagung Ausbau LIV Fliesen Baden-Württemberg in Filderstadt über aktuelle Fachthemen und innovative Neuerungen der Branche. (Foto: LIV Fliesen Baden-Württemberg)
Die 1. Innovationstagung Ausbau Fliesen des Berufsförderungswerks Fliesen Baden-Württemberg (BFW) fand am 10. Februar 2012 in Filderstadt bei Stuttgart statt. Mehr als 120 Teilnehmer aus Fliesen-, Platten-, Mosaik- und Estrichleger-Betrieben sowie Sachverständige und Architekten konnten sich einen Tag lang über aktuelle Fachthemen und innovative Neuerungen der Branche informieren.
Geleitet wurde die Tagung vom Vorsitzenden des Technischen Ausschusses im Landesinnungsverband, Bernd Stahl, der von den Sachverständigen- Kollegen Uwe Molk und Georg Mack unterstützt wurde. Hermann Mößner, Vorsitzender des Berufsförderungswerkes Fliesen, begrüßte außer den Kollegen des Fliesenleger- und Estrichhandwerks auch Architekten und neun Meisterschüler aus der Steinbeisschule Stuttgart, die wenige Tage später ihre Meisterprüfung ablegten.
Vorteile von Fliesenbelägen
Im ersten Fachvortrag berichtete Werner Altmayer, Generalsekretär der Europäischen Union der Fliesenfachverbände, über die Themen "Gesundes Wohnen und Energiesparen mit Keramik". Die Vorteile von Fliesenbelägen im Vergleich zu Teppich -, Holz -, oder Kunststoffbelägen zeigte Altmayer anhand von Studien auf. Die immer häufiger auftretenden Allergien sprächen demnach eindeutig für Fliesenbeläge. Zudem stellte Altmayer den Teilnehmern sein entsprechendes Marketingkonzept vor.
Begrifflichkeiten für barrierefreies und behindertengerechtes Bauen erläuterte Nadine Metlitzky, Architektin und ö. b. u. v. Sachverständige für Barrierefreies Bauen. Aufgrund der demografischen Entwicklung bedürfe es immer mehr senioren-, blinden-, gehörlosen- und rollstuhlgerechter Einrichtungen. Anhand von Bilddarstellungen erläuterte sie die DIN 18040. Dabei ging sie auch auf die verschiedenen Arten und Möglichkeiten des barrierefreien und behindertengerechten Bauens ein. Dieses zukunftsrelevante Thema gewinne auch für die Fliesenbetriebe immer mehr Bedeutung.
Schadensfälle mit Fliesenbelägen
Während seines Referates über "Schadensfälle mit Fliesenbelägen" aus Sicht eines Estrich-Sachverständigen gelang es Heinz-Dieter Altmann aus Thüringen, die Teilnehmer mit seinen praxisnahen Ausführungen zu fesseln. Der Vortrag war in drei Bereiche gegliedert. Im ersten Teil, der Bewertung von Estrichdicken, ging der Redner auf diverse Begriffe und Definitionen ein. Im zweiten Teil referierte er über die verschiedenen Fugen, über Fugenfehler und ungeeignete Bewegungsfugen. Er empfahl den Teilnehmern vom Bauwerksplaner einen Fugenplan erstellen zu lassen und als Bestandteil der Leistungsbeschreibung dem Ausführenden vorzulegen. Anhand von umfangreichem Bildmaterial zeigte er viele Fehlerquellen und Schäden auf.
Zum Schluss stellte Walter Gutjahr seine Produkt CeraVent vor, ein "neuartiges, belüftetes und entkoppeltes Fassadensystem", das auch für großformatige keramische Fliesen und Wärmedämmungen geeignet sei. Damit hatte die Firma Gutjahr Systemtechnik GmbH im vergangenen Jahr im Rahmen der Deutschen Fliesentage in Ulm den Innovationspreis 2011 erhalten.
