Die Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte (GEV) hat Ende November in Berlin ihr Siegel für emissionsarme Produkte präsentiert.
Die Teilnahme der GEV am Klimafestival für die Bauwende ist Teil der Strategie aktiver Nachhaltigkeitskommunikation, mit der der Verein nun verstärkt Architekten, Fachhandel und Handwerk ansprechen will. Zahlreiche Standbesucher, darunter acht Gruppen, informierten sich bei der GEV intensiv über das Emicode-System. Hinzu kamen noch weitere Besucher auf einer Podiumsdiskussion und Teilnehmer eines von der GEV in Kooperation mit DGNB angebotenen Deep Dive.
Klarheit im Siegel-Dschungel
Die jährlich stattfindende Veranstaltung wird von der Heinze GmbH, einem Portal für Bauprodukte, Firmenprofile und Architekturobjekte, durchgeführt. Im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion auf dem Klimafestival für die Bauwende stand die Frage, wie sich trotz der Vielzahl an Labels und Siegeln seriöse Transparenz vermitteln lässt. Die Zusammenarbeit der Systeme zur Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und Produkten sei hierbei für die Orientierung im Markt zukunftsweisend. „Einige der Labels entspringen eher der Absicht, einen werblichen Vorteil am Markt zu erlangen. Unseriöse Werbung oder auch Greenwashing werden beklagt“, sagt GEV-Geschäftsführer Klaus Winkels.
„Das Klimafestival hat gezeigt, dass wir als Baubranche auf dem Weg zu mehr Kooperation und seriöser Kommunikation sind. Was notwendig ist, damit die Entwicklung nicht auf Kosten des Verbrauchers geht.“
Klaus Winkels, Geschäftsführer der GEV
Emicode: Seriös, aber unbekannt
Seit Beginn achte die GEV auf absolute Seriosität bei den Produktprüfungen. Unabhängige Labore testen bauchemische Produkte bezüglich ihres Emissionsverhaltens auf Herz und Nieren. Auch nach Vergabe des Emicode-Zeichens lässt die GEV unangemeldete Stichprobenkontrollen vornehmen. So erleichtert der Emicode „allen am Bau Beteiligten das alltägliche Geschäft im Umgang mit emissionsarmen Bauprodukten. Der Einsatz von Emicode-Produkten ermöglicht eine – für den Aspekt schadstoffarme Innenraumluft – erfolgversprechende Antragstellung bei Gebäudezertifizierungssystemen wie beispielsweise DGNB, LEED, BREEAM oder QNG“, betont Winkels. Ungeachtet dieser Vorzüge und trotz inzwischen 266 Mitgliedsfirmen aus 24 Ländern sei das Label jedoch nur wenigen Architekten und Handwerkern bekannt, konstatiert der Experte.
Winkels begrüßt den Trend zur gemeinschaftlichen Kommunikation verschiedener Label-Organisationen, der sich auch nach dem Klimafestival fortsetzt. „Es sollte nicht um Ideologie, sondern um konkrete Lösungen gehen. Wenn Menschen aufeinander zugehen und das Gespräch suchen, ist immer etwas für das Klima gewonnen“, bekräftigt der GEV-Geschäftsführer. Winkels befürwortet eine gewisse Arbeitsteilung unter den Organisationen.
