Emicode jetzt auch für Kunstharze
Kunstharzböden werden immer beliebter. (Foto: GEV)

Betrieb

23. February 2021 | Teilen auf:

Emicode jetzt auch für Kunstharze

Hersteller von Kunstharzbeschichtungen können jetzt mit den dazu gehörenden Systemprodukten das Gütesiegel Emicode beantragen. Der Emicode der Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV) weist Produkte mit geringem Emissionsgehalt aus. (Foto: GEV)

Fußböden auf der Basis von Kunstharzen, also Epoxidharz, Polyurethan oder auch Polymethylmethacrylat, kommen in stark beanspruchten Bereichen zum Einsatz. Sie werden flüssig aufgebracht und härten zu einem fugenlosen, porendichten und strapazierfähigen Bodenbelag aus, der auch die unter dem Boden liegenden Bauteile vor Flüssigkeiten schützt.

Auch im Wohnbereich und in Ladenlokalen kommen Kunstharzböden immer mehr zum Einsatz. So sei die Aufnahme der Reaktionsharze in das Emicode-System die logische Konsequenz gewesen, erklärt GEV-Geschäftsführer Klaus Winkels. Hierfür müssen Kunstharzbeschichtungen sich der GEV-Prüfmethode stellen, um zu untersuchen, ob krebserzeugende oder krebsverdächtige Stoffe in ihren Emissionen auszuschließen sind. Dafür legte der GEV-Beirat gemeinsam mit Experten aus der Industrie Prüfkriterien für neue Produktgruppen fest. Zu den Produktgruppen gehören reaktive, gefüllte Grundierungen, Leitlacke als Grundierung für elektrisch ableitfähige Beschichtungen, Verlaufsbeschichtungen sowie Rollbeschichtungen und Decklacke. Dieses kleinteilige Vorgehen ist wichtig, denn nur so sei sichergestellt, dass nicht etwa Emissionen aus unteren Schichten von einer absperrenden Versiegelung als oberster Schicht eingekapselt werden. Jedes einzelne Produkt und nicht ein vollständiger Systemaufbau muss die strengen Anforderungen erfüllen, denn nur dies garantiere größtmögliche Sicherheit für die Nutzer in Bezug auf die Raumluftqualität. „Somit sind für alle Komponenten, die Bestandteil eines Kunstharzbodens sind, Prüfmethode und Anforderungen definiert“, sagt Winkels. In einem nächsten Schritt werden die Kunstharze von unabhängigen Fachlaboren auf Herz und Nieren geprüft. Regelmäßige und unangemeldete Stichprobenkontrollen durch dieselben Fachleute sichern die Qualität.

Demnächst sollen auch Prüfkriterien für Innenputze erstellt werden. Aktuell tragen mehr als 9600 Produkte von 163 Herstellern das Emicode-Siegel auf ihrer Verpackung.

www.emicode.com