Gesprächssituation mit überlagerter Weltkarte und Siegeln in mehreren Sprachen Quelle: Dean Whitling/GEV
166 Hersteller aus allen europäischen Ländern, Nordamerika und China lassen derzeit Produkte von Emicode lizenzieren. Quelle: Dean Whitling/GEV

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11. September 2021 | Teilen auf:

Emicode-Gütesiegel: Über 10.000 Produkte lizenziert

Die Nutzung des Emicode-Siegels für emissionsarme Bauprodukte steigt: 166 Hersteller dürfen derzeit das Qualitätszeichen auf 10.768 Produkten anbringen.

Immer mehr Verbraucher suchen schadstofffreie Böden und Wände für ihr Haus oder ihre Wohnung. Sie sind sogar bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Auch immer mehr Hersteller wollen wohngesunde, also für das Bauen und Sanieren unbedenkliche Werkstoffe, produzieren.

Dies spiegelt sich in den Zahlen wider, die die Gemeinschaft emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV) meldet. Sie ist der Herausgeber des Emicode-Siegels. Allein im Jahr 2020 hat die GEV 1.542 Neuanmeldungen verzeichnet – so viele wie noch nie. Weitere 1.026 Neuanmeldungen kamen bis dato in diesem Jahr hinzu. Insgesamt nutzen derzeit 166 Hersteller das Emicode-Gütesiegel auf 10.768 Produkten, die damit lösemittelfrei sowie emissionsarm bis sehr emissionsarm sind. Die Unternehmen kommen aus allen europäischen Ländern, aus den USA, Kanada und aus China. Zum Vergleich: 1997, im Jahr ihrer Gründung, ist die GEV mit gerade mal 51 Produkten gestartet. Bis 2020 wurden etwa 475 Millionen Quadratmeter textile und elastische Bodenbeläge mit „EC 1“-zertifizierten (sehr emissionsarmen) Grundierungen, Spachtelmassen und Klebstoffen verlegt – Rissvergussharze, Unterlagensysteme weitere Produkte wie Fugen- und Flächendichtstoffe, Mörtel, Fensterabdichtungssysteme nicht eingerechnet.

Belastung ist deutlich gesunken

Durch eine verbesserte Messmethodik und nochmals strengere Emissionsvorgaben liegt der Wert der Gesamtheit der flüchtigen organischen Verbindungen in der Raumluft (TVOC) bei Produkten, die als sehr emissionsarm zertifiziert sind, um das 100- bis 500-fache niedriger als vor 1997 und damit deutlich unter den heute gesetzlich zulässigen Höchstmengen. So gelten „EC 1“ und „EC 1PLUS“ in Handwerkerkreisen als „die“ Qualitätslabel für maximal emissionsarme Bauprodukte, berichtet die GEV.

Immer öfter fordern Ausschreibungen die Verwendung von mindestens „EC 1“ gekennzeichneten Verlegewerkstoffen. Inzwischen fördern auch mehrere Programme zum nachhaltigen Bauen den Einsatz von „EC 1“ oder „EC 1PLUS“-zertifizierten Produkten: LEED, DGNB oder BREEAM. Der Präsident des Verbands Deutscher Architekten, Dipl. Ing. Gerhard Zach, sieht das Siegel als wichtige Hilfe in der Planung von Bauprojekten: „Der Emicode berät und sichert perfektes, nachhaltiges, grünes Bauen. Außerdem gibt er verlässliche Auskunft für die Baustoffe. Damit ist das Gütesiegel für jeden Planer ein unverzichtbares Instrument zur zukunftssicheren, normgerechten und rechtssicheren Planung.“

Tests auf Kurz- und Langzeitemissionen

Seit 1997 lizenziert die GEV umwelt- und gesundheitsverträgliche Baustoffe entsprechend den Emicode-Regularien. Dabei werden die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen der Produkte betrachtet und die Produkte verschiedenen Emissionsklassen zugeordnet. Für eine Lizenzierung müssen Hersteller das Produkt in den ersten acht Wochen nach dessen Produktion bei GEV-akkreditierten externen Laboren prüfen lassen. Dabei werden die Kurz- sowie die Langzeitemissionen gemessen. Regelmäßige, unangemeldete Stichprobenkontrollen sollen langfristig Qualität und Glaubwürdigkeit absichern.

www.emicode.com