Der 22jährige Fliesenlegergeselle Georg Weißmüller aus dem hessischen Hünfeld kann sich einen Monat nach der Berufseuropameisterschaft "EuroSkills 2010" im portugiesischen Lissabon doch noch über eine Goldmedaille freuen. (Foto: S. Küttner)
Das Ergebnis wurde jetzt nach dem Einspruch von deutscher Seite vom Veranstalter EuroSkills korrigiert. Der in Lissabon ausgezeichnete Goldmedaillensieger Sylvester Keus aus den Niederlanden darf seine Medaille behalten. Georg Weißmüller hat in der Punktewertung aber acht Punkte Vorsprung.
"Natürlich freue ich mich, doch noch Gold bekommen zu haben. Aber die Freude darüber wäre an dem Abend in Lissabon einfach größer und schöner gewesen. So war doch eine gewisse Durststrecke zu überwinden! ", erklärte Georg Weißmüller. So werden ihn die bei EuroSkills gemachten Erfahrungen vermutlich mehr persönlich als fachlich geprägt haben. Fachlich hatte er beim Fliesen der zwei Wände und des Bodens mit unterschiedlichen Mustern und Motiven keine Probleme und war entsprechend hoffnungsvoll in die Siegerehrung gegangen. Der Titel des Vize-Europameisters war daher zunächst eine Enttäuschung. Auch der deutsche Experte Marko Wiebusch, Fliesenlegermeister aus Niedersachsen und Mitglied der internationalen Jury, war von einer Platzierung ganz oben auf dem Treppchen ausgegangen. Daher hatte Deutschland nach der EM Einspruch gegen das verkündete Ergebnis eingelegt. Bei der Eingabe der handschriftlich von den Experten ausgefüllten Bewertungsbögen in den zentralen Ergebniscomputer war ein Fehler passiert.
Mit dem korrigierten Ergebnis ist auch Hans-Josef Aretz, Vorsitzender des Fachverbandes Fliesen und Naturstein im ZDB sehr zufrieden. "Georg Weißmüller hatte einfach eine saubere Fliesenlegerarbeit gemacht. Aber am Ende hat sich bestätigt, dass das deutsche Fliesenlegerhandwerk einfach gut ist. Das Ergebnis spricht für die hervorragende Ausbildung in unserem Handwerk."
