Bei den Deutschen Meisterschaften der Bauberufe hat Cedrik Knöpfle aus Löffingen (Baden-Württemberg) sich den Titel bei den Fliesenlegern gesichert. Zweiter wurde Maurice Eckstein aus Fulda (Hessen), Dritter Tassilo Schneider aus Heideck (Bayern). (Fotos: ZDB/Küttner)


Die Fliesenleger mussten zwei Wandflächen und eine Bodenfläche mit 15 x 15 Zentimeter Fliesen im Dünnbett gestalten. Als Wandmotive hatte der Prüfungsausschuss zwei Bilderrätsel vorgegeben, die auf einen berühmten Mann anspielten, der um 1350 in Mölln starb: Till Eulenspiegel. Auf der ersten Wand waren aus Steingut-Fliesen in verschiedenen Farben der Schriftzug Till und darunter eine große Eule in aufwändiger Schneidtechnik anzusetzen. Ein Handspiegel und eine kleine Eule mussten auf die zweite Wand gefliest werden. Auf dem Bodenstück vor der ersten Wand war die Zahl 16 zu verlegen. Die Wettbewerbsaufgabe war aufgrund der vielen Rund-, Schräg- und Diagonalschnitte sehr anspruchsvoll.
Der 19-jährige Goldmedaillengewinner Cedrik Knöpfle, der im familieneigenen Fliesenlegerbetrieb, der Adrion-Knöpfle GmbH, ausgebildet worden ist, bezeichnete seinen Erfolg als „Familienehre“: Er zog durch den Sieg mit seinem Bruder Erik Brie-Knöpfle gleich, der 2013 den Titel geholt hatte. Und Erik Brie-Knöpfle hat durchaus Anteil am Sieg seines jüngeren Bruders. Zum einen weckte der Titelgewinn des Älteren den Ehrgeiz des Jüngeren. Davon ist jedenfalls Vater Achim Knöpfle überzeugt, der seinem Sohn in Mölln zur Seite stand und den Familienbetrieb in Löffingen führt. Zum anderen bereitete Erik Brie-Knöpfle, der mittlerweile als Ausbilder für den Bereich Fliesen im Ausbildungszentrum Bau Donaueschingen tätig ist, seinen Bruder auf die schwierige Schnitttechnik vor, mit der die jungen Fliesenleger bei den Deutschen Meisterschaften arbeiten müssen. In der Vorbereitung habe er „zu viele Samstage“ und überhaupt „jede Menge Freizeit investiert“, so Cedrik Knöpfle. Am Sonntagabend, nach dem ersten Verlege-Tag, war der Deutsche Meister nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung gewesen. „Man hätte akkurater arbeiten können“, meinte Knöpfle. Der Prüfungsausschuss folgte dieser selbstkritischen Einschätzung offenbar nicht.
Auch der zweitplatzierte Maurice Eckstein (19) zeigte eine ausgezeichnete Leistung und war mehr als zufrieden mit seiner Silbermedaille. Zumal er am ersten Verlege-Tag „im Eifer des Gefechts mit der falschen Farbe losgelegt“ hatte. „Dadurch bin ich zeitlich schon ziemlich unter Druck geraten.“ Zudem sei „der Wettbewerb verdammt schwer“ gewesen. Auch Maurice Eckstein ist im elterlichen Betrieb, in der Fliesen Eckstein GmbH, ausgebildet worden. Der Drittplatzierte, Tassilo Schneider, war ebenfalls zufrieden mit seiner Platzierung. Er ist bei Karl-Heinz Haack in Heideck ausgebildet worden.
Hauptsponsor der Deutschen Meisterschaften 2016 ist die Zertifizierung Bau GmbH aus Berlin. Weitere Unterstützer sind die BG Bau, die SOKA-Bau und die Firma Stabila. CWS-boco kleidet die Wettbewerbsteilnehmer ein.
Der Wettbewerb der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger wurde von Hacom, Karl Dahm Werkzeuge, Lux Elements, Mapei, PCI, Schlüter-Systems, Schönox, Sopro, Visoft und Wedi unterstützt. Quick-mix stellte den Kleber zur Verfügung.
Von den Medaillengewinner haben wir in Mölln Videos gedreht:
Goldmedaillengewinner Cedrik Knöpfle
Silbermedaillengewinner Maurice Eckstein
Bronzemedaillengewinner Tassilo Schneider