Blick auf das Gebäude des Deutschen Instituts für Normung. Im Vordergrund ein Straßenschild mit der Aufschrift 'DIN-Platz'.
Das Deutsche Institut für Normung hat Teil 1 der DIN 18500 Betonwerkstein im Januar 2021 veröffentlicht. Quelle: DIN

Betrieb

24. April 2021 | Teilen auf:

DIN 18500-1: Bis zur Neufassung in Verträgen aufpassen

Im Januar 2021 wurde Teil 1 der DIN 18500 Betonwerkstein in einer überarbeiteten Fassung veröffentlicht. Doch zu dieser gab es viele Einsprüche – sie muss noch einmal überarbeitet werden. Sollten Handwerker die vorläufige Version nun überhaupt anwenden?

Zur überarbeiteten Fassung Teil 1 (Begriffe, Anforderungen, Prüfung) der DIN 18500 Betonwerkstein des Deutschen Instituts für Normung (DIN) von Januar 2021 gab es im Vorfeld viele Einsprüche und ein Einspruchsverfahren.  Schließlich kam es zu einer Schlichtungsverhandlung: Die Norm muss in wesentlichen Punkten innerhalb der nächsten zwölf Monate überarbeitet werden.

Anfoderungen an Terrazzoböden müssen präzisiert werden

Kritikpunkt war unter anderem, dass durch das Aufnehmen von Terrazzoböden in die Norm eine Bauart in die Reihe der Produkte aufgenommen wurde – dafür müssten aber Produkte und Bauarten in der Norm eindeutig beschrieben und die Anforderungen voneinander getrennt werden. Das ist in der DIN 18500-1 bisher nicht der Fall. Für örtlich eingebrachte Böden fehlen etwa die Anforderungen in Bezug auf die Eingangsprüfung oder Ausführung. So fehlen Regeln zum Nachweis der Konformität, ohne die eine rechtssichere Ausführung der in der Norm geregelten Produkte und Bauarten nicht möglich ist. Außerdem muss der neu eingeführte Begriff „Terrazzo“ eindeutig und widerspruchsfrei definiert werden.

Rissbreite ist zu groß

Bemängelt wurde an der überarbeiteten Fassung zudem die mit 0,4 Millimetern angegebene zugelassene Rissbreite für einen unmittelbar begehbaren Bodenbelag. Diese sei zu groß und werde möglicherweise vom Markt nicht akzeptiert.

Da die Schlichtungsverhandlungen und ihr Ergebnis nach den Regularien des DIN keinen Einfluss auf die Veröffentlichung der DIN 18500-1:2021-01 haben, ist diese trotz der Bedenken die aktuelle Fassung.

Betriebe sollen nach voriger Version arbeiten

Für Betriebe stellt sich nun die Frage, ob sie diese Fassung anwenden müssen. Grundsätzlich ist die Anwendung von DIN-Normen, die nicht in Gesetzen und Rechtsverordnungen herangezogen werden, freiwillig – insofern müssten sie sich nicht nach der DIN 18500-1:2021-01 richten. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes rät daher dazu, dass Betriebe in ihren Verträgen eine Ausführung der Arbeiten nach der bisherigen DIN V 18500 vereinbaren sollten, bis eine Neufassung veröffentlicht ist.

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