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Die wichtigsten Punkte der DIN 18534 für den Fliesenleger

(Foto: Michael Henke)

Normenreihe Bauwerksabdichtungen, Änderungen
Thomas Schmidt
Foto: Michael Henke

Zu den wichtigsten Änderungen der DIN 18534 im Vergleich zur Vorgängernorm zählen unter anderem die Wassereinwirkungsklassen, die Verwendung systemkonformer Baustoffe und die genaue Beschreibung des Anschlusses von Bauteilen an die Abdichtung.

Thomas Schmidt: Aus meiner Sicht zählt zu den wichtigsten Veränderungen die Definition der Wassereinwirkungsklassen. Wir haben ja bis dato andere Beanspruchungsklassen definiert, die sich textlich ähneln. Dabei ist eine Wassereinwirkungsklasse mit W0-I hinzugekommen. Das Zweite ist die Verwendung von Stoffen, die im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis beschrieben sind beziehungsweise in der ETA-022-Prüfung. Die Systembestandteile sind ja nicht nur Abdichtung und Dichtbänder, sondern auch Grundierung und Fliesenkleber, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Ein weiterer Punkt sind die Ausführungsdetails, die in den Zeichnungen beziehungsweise auch in den Anmerkungen beschrieben sind, etwa zum Thema Dichtflansche an Bauteilen. Gleiches gilt auch für Einbauteile wie Unterputzarmaturen et cetera, die entsprechend ausgerüstet sein müssen, um überhaupt an eine Abdichtung anschließen zu können. Schließlich würde ich zu den wichtigen Neuerungen zählen, dass bei der Polymerabdichtung Kontrastfarben aufzutragen sind und dass bei diesen Abdichtungsstoffen keine Bestätigungsprüfung in Form von Herausschneiden von Prüfkörpern stattfindet, sondern der Verleger über den Verbrauch nachweisen muss, dass er die notwendige Schichtdicke aufgetragen hat.

Rudolf Voos: Eine weitere wesentliche Neuerung besteht darin, dass sehr viel deutlicher wird, was im Bereich einer Innenraumabdichtung alles zu planen ist. Außerdem werden für den Fachbetrieb Regelungen, die er aus der Vergangenheit bereits kennt, durch die Norm rechtlich gestärkt. Das sorgt für deutlich mehr Sicherheit. Was die Wassereinwirkungsklassen betrifft, ist der Fachbetrieb damit nur als Planer tangiert. Auch ob er Bedenken anmelden muss, ist jetzt eindeutiger geregelt, je nachdem, ob er die Planungsaufgabe mitübernimmt oder ob er nur fachausführendes Unternehmen ist.

17.01.2018