Grafik: Nähe zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb wird wichtiger
Quelle: F.A.Z. Business Media|research/Soka-Bau

Aus- & Weiterbildung

20. April 2022 | Teilen auf:

Studie: Was wollen Bau-Azubis?

Spaß, gutes Gehalt und ein sicherer Arbeitsplatz: Das sind drei Ergebnisse aus der Studie von F.A.Z. Business Media Research und SOKA-BAU zu den Einstellungen, Erwartungen und Pläne junger Berufsanfänger aus der Baubranche im Hinblick auf ihre Ausbildung und ihre Karriere.

Weshalb entscheiden sich junge Menschen für eine Berufsausbildung am Bau? Die aktuelle Generation von Auszubildenden motiviert die Freude an der Tätigkeit. Nahezu jeder befragte Azubi (95 Prozent) bezeichnet den Spaß am Bauberuf als wichtigen beziehungsweise sehr wichtigen Grund für den Entschluss zur Ausbildung. Für über 90 Prozent der Lehrlinge spielen gute Berufsperspektiven eine  entscheidende Rolle. Zudem schätzen neun von zehn Azubis den privaten Nutzen der erlernten Fähigkeiten. Für drei von vier Azubis ist zudem die Nähe zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb ein relevantes Entscheidungskriterium.

Grafik: Nähe zwischen Wohnort und Ausbildungsbetrieb wird wichtiger
Spaß am Bauberuf steht ganz oben auf der Liste der Gründe für die Ausbildungswahl. (Quelle: F.A.Z. Business Media|research/Soka-Bau)

94 Prozent der Azubis zufrieden mit der Ausbildung

Die Berufsausbildung am Bau genießt ein hohes Ansehen. 94 Prozent der befragten Auszubildenden sind (sehr) zufrieden. Den entscheidenden Beitrag zu diesem positiven Ergebnis leisten die ausbildenden Betriebe. 93 Prozent der befragten Azubis sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb (sehr) zufrieden. Dagegen hat die positive Bewertung der Berufsschulen etwas abgenommen. Das könnte damit zu erklären sein, dass die Coronapandemie eine angemessene schulische Ausbildung teilweise verhindert, was häufiger zu Unzufriedenheit führt. Den größten Zufriedenheitszuwachs verzeichnen die überbetrieblichen Ausbildungszentren: 87 Prozent der Azubis sind damit aktuell (sehr) zufrieden.

Grafik: Zufriedenheit mit Ausbildungszentren nimmt zu
93 Prozent sind mit ihrem Ausbildungsbetrieb zufrieden. (Quelle: F.A.Z. Business Media|research/Soka-Bau)

Azubis streben gutes Gehalt an

Das Top-Berufsziel für die kommenden zehn Jahre ist für die befragten Azubis ein gutes Gehalt (88 Prozent). Außerdem sind ein sicherer Arbeitsplatz (79 Prozent) und berufliche Weiterqualifizierung (71 Prozent) wichtig. Während die Arbeitsplatzsicherheit im Laufe der vergangenen zehn Jahre unter den Azubis etwas an Bedeutung verloren hat, nahm der Wunsch nach Weiterqualifizierung dagegen seit 2012 zu. Auch anhand dieser Beispiele zeigt sich, dass die Bindung an einen einzigen Arbeitgeber bei den Befragten zugunsten der persönlichen Entwicklung abnimmt. Jeweils jeder zehnte Azubi plant, seinen Arbeitgeber zu verlassen beziehungsweise die Branche zu wechseln. Vor dem Hintergrund des im Anstieg begriffenen Fachkräftemangels sollte das die Baubranche alarmieren.

Grafik: Azubis legen immer häufiger Wert auf Weiterqualifizierung und Selbständigkeit
Neben einem guten Gehalt ist die Möglichkeit zur Weiterqualifizierung den Auszubildenden wichtig. (Quelle: F.A.Z. Business Media|research/Soka-Bau)

Bei der Bewerbung ist Eigeninitiative gefragt

Die Mehrheit der befragten Azubis kam aufgrund eines persönlichen Kontakts an die aktuelle Lehrstelle: Zum einen haben sich 46 Prozent der befragten Auszubildenden mit Verwandten oder Freunden ausgetauscht. Zum anderen hatten 39 Prozent der befragten Nachwuchskräfte bereits vor der Lehre einen persönlichen Kontakt zum späteren Ausbildungsbetrieb. 44 Prozent der befragten Azubis haben sich zudem persönlich beworben. Als Informationsquellen spielen das Internet (69 Prozent) aber auch die sozialen Medien (23 Prozent) inzwischen eine dominierende Rolle.

Fast jeder zweite kann sich eine Rückkehr auf den Bau vorstellen

Mehr als die Hälfte der befragten Ex-Bauprofis verließ die Branche, weil sie sich in ihrem damaligen Unternehmen nicht wohlfühlten. Weiterhin verlor jeweils ein Viertel im Laufe ihrer damaligen Tätigkeit die Lust an der Arbeit auf dem Bau oder entschied sich aus gesundheitlichen Gründen gegen die Branche. Dennoch können sich 43 Prozent der Ex-Bauprofis eine Rückkehr vorstellen. Wer aber in die Bauwirtschaft zurückgekehrt ist, bereut diesen Schritt meist nicht. Zwei Drittel berichten von einer verbesserten Arbeitssituation am Bau im Vergleich zu früher.

Die Studie

Die Studie basiert auf einer Befragung junger Nachwuchskräfte aus der Bauwirtschaft auf der Grundlage eines strukturierten Fragebogens. Insgesamt wurden rund 1.500 Auszubildende und junge Arbeitnehmer befragt.

zuletzt editiert am 20.04.2022