MESSEN I Der Architekt Max Dudler erhält für den Neubau des Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrums der Humboldt-Universität zu Berlin den Deutschen Naturstein-Preis 2011. Verliehen wird die Auszeichnung am Mittwoch (22. Juni) im Rahmen des 10. Baumeister Architekturquartetts im Messezentrum Nürnberg. (Foto: NuernbergMesse)
Der Deutsche Naturwerkstein-Verband e.V. (DNV) vergibt den Deutschen Naturstein-Preis alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) anlässlich der internationalen Fachmesse Stone+tec in Nürnberg. Der Preis soll Naturstein als einen Baustoff in den Vordergrund stellen, der hinsichtlich der Rücksichtnahme auf Umwelt, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz vorbildlich ist.
Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Architekturpreis wurde 2011 erstmals europaweit ausgeschrieben und erhielt den Untertitel "European Architecture+Stone". Die Jury unter Vorsitz von BDA-Präsident Michael Frielinghaus zeichnet Baukonzepte in Europa aus, die beispielhaft für eine hohe architektonische Qualität, eine technisch-innovative Anwendung und eine wirtschaftliche Konstruktion aus Naturstein stehen. Prämiert wurde die vorbildliche Gestaltung und technisch zeitgemäße Konstruktion von Projekten in Europa unter maßgeblicher Verwendung von Naturstein aus Europa ausgeführt von Naturstein-Fachbetrieben.
Rekordbeteiligung und herausragende Konzepte
Aus den fast 90 eingereichten Projekten, davon 20 aus dem europäischen Ausland, wählte die Jury zwölf herausragende Baukonzepte aus, die beispielhaft für eine hohe architektonische Qualität, eine energetische Optimierung und eine wirtschaftliche Konstruktion stehen. Gewürdigt wurden herausragende Planungsleistungen, die ästhetisch anspruchsvolle, innovative und ökologische Lösungen aufweisen.
"Der von Max Dudler geplante Neubau der Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Bibliothek in Berlin besticht", so die Begründung der Jury, "zunächst durch seine körperliche Präsenz im Stadtraum". Die enorme Kubatur des Gebäudes werde wohltuend strukturiert, geschichtet und gegliedert: Der Bau mit seiner Wucht und zugleich Feingliedrigkeit werde nicht zuletzt durch die differenzierte Fassade aus Naturstein veredelt, heißt es weiter.
Die Fassadenstützen des Baus sind aus gelblich gebändertem Jurakalkstein gefertigt, der im Farbton mit den Gebäuden des zentralen Bereiches von Berlin korrespondiert. Das an den Steinoberflächen verwendete Hochdruck-Wasserstrahlverfahren hebt die natürliche Steinstruktur hervor.
Weitere ausgezeichnete Leistungen
Mit Besonderen Anerkennungen zeichnete die Jury die Architekten Thomas Müller Ivan Reimann Architekten, Berlin für das Fakultätsgebäude für Recht und Wirtschaft, Frankfurt/Main, Pablo Horváth, Chur/Schweiz, für das Mehrfamilienhaus Hans-Jürg Buff, in St. Moritz/Schweiz, Christoph Mäckler Architekten, Frankfurt/Main für den OpernTurm in Frankfurt/Main, Beniamino Servino für ein Zweifamilienhaus im italienischen Pozzovetere, Caserta und Hans Kollhoff Architekten, Berlin für das Gebäude Dominium in Köln aus.
Daneben vergab die Jury fünf Lobende Erwähnungen: Max Dudler, Berlin, IBM Headquarter, Zürich; Kleihues+Kleihues, Berlin, Kaufhaus Königsallee, Düsseldorf und House of Finance, Campus Westend, Frankfurt/Main, Titus Bernhard Architekten, Augsburg, Haus M., Grünwald bei München; Kaspar Kraemer Architekten, Köln, Hohe Domkirche Neubau eines Zugangsbauwerkes zum Südturm, Köln.
Zusätzlich wurde ein Sonderpreis für Gestaltungen im Öffentlichen Raum ausgesprochen: Diesen Sonderpreis erhielten Terra.nova, Landschaftsarchitektur, München für die Gestaltung des Marktplatzes in Schmalkalden.
Baumeister Architekturquartett
Die Verleihung des Deutschen Naturstein-Preises 2011 findet am Mittwochvormittag, 22. Juni 2011, im Rahmen des 10. Baumeister Architekturquartetts im Messezentrum Nürnberg statt. Zuvor diskutieren am 10.30 Uhr im Saal München unter Moderation von Dr. Wolfgang Bachmann Prof. Dirk Bayer, Kaiserslautern (Architekt), Peter Cachola Schmal, Deutsches Architekturmuseum, DAM, Frankfurt (Kritiker) und Wolfgang Herles, Journalist, Berlin über folgende drei Projekte: das Hambacher Schloss in Neustadt-Hambach von Max Dudler, den Opernturm in Frankfurt/Main von Prof. Christoph Mäckler Architekten und den Flagshipstore s.Oliver in Würzburg von RKW Rhode Kellermann Wawrosky.
