Rund 100 Teilnehmende kamen am 25. und 26. Juni zur 78. Jahrestagung der Deutschen Bauchemie in Berlin zusammen. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Lage der Branche, die Baupolitik sowie die strategische Ausrichtung des Verbandes.
Entsprechend dem Tagungsmotto „Bauchemie in anspruchsvollen Zeiten“ betonte Vorstandsvorsitzender Peter Summo, geopolitische Krisen, volatile Rohstoffmärkte und steigender Regulierungsdruck stellten die Unternehmen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig seien Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Klimaschutz notwendig. Dafür brauche die Branche verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine starke Interessenvertretung.
Mit Blick auf die Konjunktur sprach Peter Summo von einem schwierigen Jahr 2025 für die Bauchemie. Gemäß der internen Verbandsstatistik schwankte die Umsatzentwicklung je nach Produktgruppe zwischen –6 Prozent und +1,3 Prozent. Geprägt wurden die Zahlen vor allem durch die Krise der Chemieindustrie insgesamt, von deren Rohstoffen die Bauchemie abhängt, sowie durch die volatile Entwicklung in der Bauindustrie.
„Gesetze werden in Brüssel in einer Geschwindigkeit und Menge produziert, die es so noch nicht gab.“
Peter Summo, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bauchemie
Europa rückt in den Fokus
Angesichts der zunehmenden Bedeutung europäischer Gesetzgebung will die Deutsche Bauchemie ihr Engagement in Brüssel weiter ausbauen. Hauptgeschäftsführerin Ina Hundhausen verwies auf das gewachsene Netzwerk des Verbandes, unter anderem durch die Mitgliedschaft bei Construction Products Europe und der ECO Platform. Ziel sei es, die Interessen der Bauchemie frühzeitig in Gesetzgebungs- und Normungsprozesse einzubringen und die Branche auf europäischer Ebene mit einer starken Stimme zu vertreten.
Nachhaltigkeit und Zukunft des Bauens
Der Verband startet zudem eine neue Online-Kampagne zu Nachhaltigkeit und Effizienz. Themen sind unter anderem die Verlängerung der Lebensdauer von Bauwerken sowie bezahlbares Bauen und Wohnen.
„Zentrale Herausforderungen für die Bauindustrie sind Demographie und Produktivität. Dafür müssen wir andere Prozesse als bisher finden“.
Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie
In den Fachvorträgen der Jahrestagung standen außerdem die Zukunft der Bauindustrie und die Chemiepolitik der Bundesregierung im Fokus. Dabei wurden insbesondere Digitalisierung, serielles und modulares Bauen sowie wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen als entscheidende Zukunftsthemen hervorgehoben.
Die nächste Jahrestagung findet am 24. und 25. Juni 2027 in Heidelberg statt. Der Jahresbericht steht als Download auf der Verbandswebsite zur Verfügung und kann dort auch als Printversion bestellt werden .
