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Gut besucht war das Herbstseminar des Euro-FEN, das traditionell in Schloß Raesfeld stattfand. (Foto: FLIESEN & PLATTEN / msd)

2012-01-26T00:00:00Z Der Streitkultur auf der Spur

Ende November hatte der Euro-FEN zu seinem Herbstseminar nach Schloss Raesfeld eingeladen. Die Bandbreite der Themen reichte dabei von technischen Informationen zu Untergründen über die Vorstellung neuer Merkblätter bis hin zu rechtlichen Aspekten. (Foto: FLIESEN & PLATTEN / msd)

Am 25. und 26. November 2011 hatte der Euro-FEN zum Herbstseminar gerufen und insgesamt 75 Teilnehmer waren ins Westmünsterland gekommen, um sich über aktuelle Branchenthemen zu informieren beziehungsweise auszutauschen. Denn das ist eines der besonderen Merkmale dieser Veranstaltung, die sich in erster Linie an Sachverständige aus den Bereichen Fliesen, Naturwerkstein und Estrich wendet: Hier werden Themen nicht nur in Form von Referaten vorgestellt, sondern auch im Anschluss daran rege diskutiert. Und dass sich dieser Diskurs nicht auf einer rein akademisch-theoretischen Ebene abspielt, belegen die mitunter leidenschaftlichen Redebeiträge der Teilnehmer, die ebenso ein Beweis dafür sind, dass sich hier erfahrene Praktiker mit den Sachthemen auseinandersetzen.

Da der Platz an dieser Stelle nicht ausreicht, um auf alle Referate und Diskussionen einzugehen, finden Sie nachfolgend eine Auswahl der behandelten Themen.

Über die Verfilmungseigenschaften von Dispersionspulvern in hochvergüteten Dünnbettmörteln, die im Außenbereich zum Einsatz kommen, referierte zum Beispiel Dipl.-Chem.-Ing. Jörg Sieksmeier. Er wies darauf hin, dass nur ein perfekt abgestimmtes System erfolgreich funktionieren könne und diese Systeme je nach verwendetem Zement und Dispersionspulver deutliche Unterschiede bei Temperaturempfindlichkeit und Trocknung aufweisen. Sieksmeier erklärte, dass hochergiebige Flexmörtel wegen ihres geringen Transportvolumens und ihrer hohen Flächenleistung durchaus Vorteile für den Verarbeiter bieten, allerdings andererseits auch Nachteile wie eine geringere Festigkeit der mineralischen Bindemittelkomponente und eine größere Temperaturempfindlichkeit als Bindemittel mit günstigem Wasser-Zement-Wert aufweisen. Zudem besäßen diese speziellen Flexmörtel ein schlechteres Trocknungsverhalten.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags präsentierte Sieksmeier eine Versuchsreihe, bei der unter praxisgerechten Bedingungen die Adhäsion und Trocknung untersucht wurden. Zusammenfassend ergaben sich unter anderem folgende Untersuchungsergebnisse:

Bei großformatigen Fliesen sollten im Außenbereich nur schnell erhärtende und schnell trocknende Systeme mit geeigneten Dispersionspulvern eingesetzt werden, da diese auch bei niedriger Temperatur eine Verfilmung und Erhärtung des Mörtels garantieren.

Portlandzemente weisen eine hohe Temperaturabhängigkeit auf, weshalb die Baustellenbedingungen unbedingt zu beachten sind.

Hochergiebige Dünnbettmörtel bringen bei reduzierter Temperatur kaum Vorteile, da der Zement meist deutlich verzögert ist und die Feuchtigkeit nicht abgebaut wird.

Außerdem ergab diese Untersuchung, dass eine Vielzahl von Schäden oftmals durch zu frühe Belastungen entstehen können. Deshalb müssen die Flächen beispielsweise durch Abdecken vor zu früher Feuchtigkeitsbelastung geschützt werden.

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fup_130016.pdf

Das Expertenseminar für Fliesen-, Naturwerkstein- und Estrichleger- Sachverständige in Schloss Raesfeld gehört zu den eingeführten Weiterbildungsangeboten für Fliesenleger. Viele Teilnehmer kommen regelmäßig. In diesem Jahr ging es unter anderem um die Themen Schnittstelle Fliese–Sanitär, neues Merkblatt Verbundabdichtungen, Untergrundprüfung und -vorbereitung sowie Schadensfälle mit Natursteinbelägen.

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zuletzt editiert am 02. August 2024
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