Interview mit Bernhard Reck - Linienentwässerungen stellen die derzeit wohl eleganteste Form der "Wasserentsorgung" in bodengleichen Duschen dar. FLIESEN & PLATTEN fragte für Sie Bernhard Reck, worauf man beim Einbau achten muss. Michael Schmidt-Driedger (Foto: FLIESEN & PLATTEN)
F&P:
Herr Reck, wenn ein guter Freund Sie wegen seiner geplanten Badsanierung um Rat fragen würde: Würden Sie ihm zu einer Linienentwässerung raten?
Bernhard Reck:
Eindeutig ja! Und das aus mehreren Gründen: Zum einen sind sie derzeit en vogue und sehen einfach schön aus, besonders wenn sie mit großformatigen Fliesen eingebaut werden. Zum anderen lässt sich eine einfache Gefälleführung des Estrichs, wie sie bei den Rinnensystemen möglich ist, bei einer Punktentwässerung nicht realisieren. Insofern sind Rinnensysteme einfacher einzubauen, was gerade im Hinblick auf eine durch die Novellierung der Handwerksordnung provozierte sinkende handwerkliche Qualifikation ein wichtiger Aspekt ist. Daneben denke ich, dass bei den Entwässerungsrinnen die Ablaufleistung besser und die gesamte Reinigung einer bodengleichen Dusche einfacher ist.
F&P:
Wo sollte man die Entwässerungsrinne platzieren?
Bernhard Reck:
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch von der Duschgröße und natürlich der Gefällerichtung abhängen. Theoretisch kann man sogar mehrere Rinnen miteinander zu einem Rechteck oder Quadrat in der Flächenmitte anordnen. Bei einem Einbau direkt an oder in der Wand ist es schwierig, die Abdichtung und die Schalldämmung auch der Prallwassergeräusche handwerklich einwandfrei zu lösen.
F&P:
Und worauf muss der Fliesenleger grundsätzlich beim Einbau achten? Gibt es typische Fehlerquellen?
Bernhard Reck:
Natürlich muss der Fliesenleger ein räumliches Vorstellungsvermögen besitzen und Flächen einteilen können. Darüber hinaus muss er auch noch in der Lage sein, über einen Meterriss das wirklich geplante Gefälle zu erreichen. Abgesehen davon ist meiner Meinung nach das Wichtigste, dass sich der Verleger mit dem Eindichten der Rinne auseinandersetzt. Immer wieder höre ich von Reklamationen, die sich auf eine mangelnde Dichtigkeit beziehen. Gründe für diese Reklamationen sind eigentlich immer wieder die gleichen: Entweder rühren sie von einem falschen Einbau her, weil der Verarbeiter sich nicht die mitgelieferten Einbauhinweise der Industrie durchgelesen hat, oder aber die Hersteller der Rinnensysteme stammen aus ganz anderen Bereichen und haben sich bisher nicht oder nicht eingehend mit diesem Thema auseinandergesetzt, in der Annahme, der Fliesenleger werde das Problem schon vor Ort lösen können.
