Nicht länger benötigte oder überflüssige Ware können Handwerksbetriebe jetzt auf einer neuen Internetplattform verkaufen. Vermessene Stücke, Ausstellungsstücke und Fehlbestellungen können dort zu Bargeld gemacht werden. (Screenshot: www.goldener-zollstock.de)
Jahr für Jahr verschwinden Millionen-Werte in bundesdeutschen Handwerksbetrieben: In Lagern und auf Baustellen bindet überflüssig gewordenes Material Kapital, erhöht die Fixkosten und schmälert die Rendite. Seit dem 1. Februar 2013 bietet die Internetplattform www.goldener-zollstock.de Abhilfe. Denn dort können falsch ausgemessene Materialien, die nicht mehr nutzbar oder retounierbar sind, ge- und verkauft werden. Das Besondere an diesem Portal: es spricht speziell Handwerker an. Eindeutige und fachgerechte Angaben zu den eingestellten Produkten sollen Angebot und Nachfrage erleichtern.
Die Idee für die Internetplattform kam Norbert Grote, Geschäftsführer eines Heizungsbau- und Sanitärbetriebes, durch seine eigene Berufserfahrung: falsch ausgemessene Materialien häufen sich in allen Betrieben und binden bares Geld. In der Regel sind diese Materialien neuwertig, da sie weder eingebaut noch anderweitig genutzt werden konnten. Hier greift die Idee des neuen Internetportals: Nicht benötigtes Material in einem Handwerksbetrieb kann für einen anderen noch von Vorteil sein. Zum einen, weil der Preis niedriger sein kann als für über den Großhandel bezogene Neuware. Zum anderen kann so auch noch das eine oder andere Auslaufmodell verfügbar sein. Eine win-win-Situation für beiden Seiten, meint Grote. Auf dem Portal können zusätzlich gebrauchte Computer, Fahrzeuge und Maschinen angeboten und nachgefragt werden.
"Das Internet ist heute aus keinem Handwerksbetrieb mehr wegzudenken", sagt der 50-Jährige. Der Gründer ist bereit, gemeinsam mit Handwerkskammern und Innungen vor Ort Einführungen zur Benutzung des Internetportals anzubieten. "Zudem wurde die Seite so übersichtlich und leicht zugänglich wie nur möglich gestaltet, dass sie für die meisten Nutzer selbsterklärend ist", verspricht er.
Das Einstellen der Angebote ist ebenso wie das Kaufen nach Angaben von Grote mit wenigen Klicks erledigt. Dabei ist das Portal nur die Plattform, auf der der Verkäufer und Käufer zueinander kommen. Der Kauf wird zwischen den jeweiligen Vertragspartnern direkt abgeschlossen. Ebenso wie die Warenübergabe direkt vereinbart wird. Bei einem erfolgreichen Verkauf wird eine Provision von drei Prozent für das Portal fällig.
