Die Fliesen- und Natursteinleger-Innung Oldenburg hat gemeinsam mit sieben weiteren Innungen auf der Ausbildungs- und Berufsmesse „Vocatium“ mit dem „St(r)and des Handwerks“ die Besucher begeistert.
Das persönliche Gespräch steht auf der Vocatium im Fokus. „Also haben wir uns überlegt, wie wir dafür die beste Atmosphäre kreieren können und erstmal fernab der Realität gesammelt, wo wir so richtig gute Gespräche geführt haben”, berichtet Ricus Dirks, der als Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit und digitale Medien bei der Kreishandwerkerschaft Oldenburg für die Planung des Stands verantwortlich ist. Das Brainstorming trägt Früchte: Mit dem St(r)and des Handwerks” entsteht schnell eine Vision, die schrill genug ist, um aufzufallen und gesetzte Maßgaben zu erfüllen.
Eine kleine Beachbar sorgt nicht nur für kühle Getränke, sondern fungiert auch als Verwaltungszentrale für die über 400 vereinbarten Beratungstermine. Denn das Konzept der deutschlandweit an über 70 Standorten stattfindenden Vocatium-Messe setzt auf verbindliche Verabredungen: Teilnehmende Schulklassen werden vorab von einem Organisationsteam besucht. Sie wählen vorab aus, welche Berufe sie spannend finden und an welchen Ständen sie sich einen individuellen Beratungstermin wünschen. Daraus entsteht ein komplexer Datensatz, der eine softwarebasierte Terminvergabe ermöglicht. Aussteller erhalten eine Woche vor der Messe eine durchgetaktete Liste der bei ihnen gebuchten 20-minütigen Termine.
Innovativer Ansatz überzeugt acht Innungen
„Die Messe hat uns überzeugt“, berichtet Cehan San, der als Obermeister mit seiner Innung für Sanitär- und Heizungstechnik die Vocatium bereits 2024 im kleinen Rahmen ausprobiert hatte. Für dieses Jahr hieß es klotzen: Mit der Elektro-, Baugewerken-, Tischler-, Kraftfahrzeug-, Maler- und Lackierer-, Zweiradmechaniker-, sowie Fliesen- und Natursteinleger-Innung Oldenburg schlossen sich sieben weitere Innungen der Idee von einem Gemeinschaftsstand des Oldenburger Handwerks an.

Technische Unterstützung für Beraterinnen und Berater
Das Konzept steht und fällt mit denjenigen, die den potenziellen Talenten eine Karriere im Handwerk schmackhaft machen: Die Beraterinnen und Berater am St(r)and sind allesamt Personen aus verschiedenen Innungsbetrieben. „So bilden wir die Vielfalt des Handwerks ab und sorgen für Authentizität“, erklärt Ricus Dirks.
Als Hilfestellung steht den Beratenden das neue digitale Ausbildungsportal ihrer jeweiligen Innung mit Antworten auf die üblichen Fragen zur Verfügung. „Und wenn jemand direkt richtig Lust hat, haben wir mit unserem AzubiConnect eine Anlaufstelle griffbereit, um einen minutenschnellen Kontakt zwischen unseren Ausbildungsbetrieben und der Interessentin oder dem Interessenten herzustellen“, ergänzt Dirks.
St(r)and des Handwerks kehrt größer zurück
Der Plan geht auf: Von den über 400 vereinbarten Terminen für die angebotenen 13 Handwerksberufe wird an den beiden Messetagen der größte Teil wahrgenommen. „Es macht einem Hoffnung, dass wir hier erstaunlich oft auf ernstgemeintes Interesse stoßen und konstruktive Gespräche geführt haben”, fasst Oliver Brassat, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Oldenburg, zusammen. Auch bei der Zielgruppe kommt das Konzept an: „Coole Idee von euch, ist mal etwas ganz anderes”“ lobt ein Schüler, während er an der Bar mit einer eiskalten Cola in der Hand auf seinen Berater wartet.
Die Ziele für das kommende Jahr sind damit gesteckt: Der St(r)and des Handwerks will noch größer werden.