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2013-11-25T00:00:00Z Demografischer Wandel: Bauwirtschaft kommt noch mit einem blauen Auge davon

Auf dem Ausbildungsmarkt ist der viel zitierte demografische Wandel bereits zu spüren. Am Bau sind etwa 1300 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Um das zu ändern starten die Ausbildungszentren das Pilotprojekt „Berufsstart Bau“. (Logo: Deutsche Bauindustrie)

In der deutschen Bauwirtschaft wurden bis Ende September insgesamt knapp 9.000 neue Ausbildungsverhältnisse geschlossen, meldet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Mit 220 Neuverträgen weniger als im Vorjahreszeitraum stelle das zwar niedrigsten Septemberwert seit zehn Jahren dar. Im Vergleich zu anderen Branchen sei die Bauwirtschaft aber noch mit einem blauen Auge davon gekommen: Der Rückgang um 2,4 Prozent fiel demnach moderater aus als im Schnitt aller Branchen von Industrie, Handel und Handwerk, die bis zu fünf Prozent Einbußen zu verzeichnen hatten.

„In diesen Zahlen spiegelt sich vor allem der demografische Wandel wider, unter dem alle Branchen zu leiden haben“, kommentierte Dipl.-oec. Andreas Schmieg, Vizepräsident Sozialpolitik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Die Zahlen zeigten aber auch, dass das Ausbildungssystem in der Bauwirtschaft von den Jugendlichen angenommen werde. Schmieg geht zudem davon aus, dass in den kommenden Monaten noch weitere der 1.300 gemeldeten offenen Ausbildungsstellen in Hoch-, Tief- und Ausbau nachbesetzt werden.

Pilotprojekt „Berufsstart Bau“

Dazu sollen auch neu eingeführte Maßnahmen wie das Pilotprojekt „Berufsstart Bau“ beitragen, an dem sich 29 Ausbildungszentren der Bauwirtschaft beteiligen, erläuterte Schmieg. Ziel sei es, junge Menschen, die bisher keinen direkten Weg in die Berufsausbildung gefunden haben, auf eine betriebliche Ausbildung vorzubereiten. Dies seien insbesondere Ausbildungsbewerber, die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche Ausbildungsreife verfügten sowie lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Ausbildungssuchende.

Der vergleichsweise moderate Rückgang ist nach Ansicht von Schmieg vor allem auf die nach wie vor hohe Ausbildungsbereitschaft des Baugewerbes zurückzuführen. „Viele Unternehmer erkennen, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nur erhalten können, wenn sie qualifizierten Nachwuchs ins Unternehmen holen“, kommentierte Schmieg die Situation. Bereits ein Viertel der gewerblichen Arbeitnehmer sei älter als 50 Jahre und stehe kurz vor der Rente. Schon heute reiche die Zahl der Ausbildungseinsteiger bei weitem nicht aus, um die altersbedingten Abgänge von rund 13.000 gewerblichen Arbeitnehmern pro Jahr in Deutschland auszugleichen.

Wie in den Jahren zuvor waren die klassischen Bauberufe, wie Maurer, Zimmerer oder Hoch- und Tiefbaufacharbeiter gefragt. Darüber hinaus gehörte auch der Beruf des Straßenbauers zu den fünf beliebtesten Ausbildungsberufen bei Jugendlichen.

zuletzt editiert am 11. März 2021
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