Sie haben sich im Laufe von Jahrmillionen gebildet und zeigen einzigartige Texturen. Dekorsteine zählen zu den hochwertigsten Baustoffen, die die Natur uns bietet. Wer bei seinem Bauvorhaben ein Optimum an Ausführungsqualität erreichen möchte, der sollte sich im Vorfeld der Arbeiten einige natürliche Zusammenhänge vor Augen halten. (Foto: Informationsdienst Naturstein/Trier)
Es ist ein erheblicher Unterschied, ob man sich für ein industriell gefertigtes Produkt oder ein Naturprodukt entscheidet. Dabei müssen Naturprodukte nicht zwangsläufig, wie Leder oder Textilfasern, dem organischen Bereich angehören. Naturprodukte können auch aus der anorganischen Natur stammen. Hierzu zählen die attraktiven Dekorsteine.
Man kann das Dekor dieser Steine nicht beeinflussen, da es sich im Laufe von Jahrmillionen gebildet hat. Selbst Dekorsteine, die aus dem gleichen Steinbruch stammen, können stark voneinander abweichen. Jede Arbeit, die mit Dekorsteinen ausgeführt wird, ist ein Unikat. Man sollte sich dessen bewusst sein, denn es ist unmöglich, Ausführungen, die man in Wohnzeitschriften oder auf Reisen gesehen hat, 1:1 zu reproduzieren.
Aktives Einschalten in das Baugeschehen
Aderungen bei Marmorsorten oder gewolkte Texturen bei Hartgesteinen können sehr stark variieren. Auch im Bereich der Farbtöne und Helligkeitswerte ist mit großen Varianzen zu rechnen. Hier ist es wichtig, sich als Bauherr aktiv in das Baugeschehen einzuschalten. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, sollte man die Entscheidung der Materialauswahl nicht ausschließlich dem planenden Architekten oder dem ausführenden Unternehmen überlassen. Da es sich bei beiden um professionelle Anwender handelt, sollte man sie jedoch auf alle Fälle bei der Beratung hinzuziehen. Letzten Endes sollte die Entscheidung, welche Charge verbaut wird, jedoch beim Bauherrn liegen. Vereinfacht kann man sagen: Wer als Bauherr Zeit in die Materialauswahl investiert, wird durch die Einzigartigkeit der Arbeit belohnt, die auf seine individuellen Wünsche zugeschnitten ist.
Weg zum Natursteingroßhändler lohnt sich
Den besten Eindruck über Dekorsteine erhält man in den Lagern der Natursteingroßhändler. Hier sind Rohtafeln, aus denen die Werkstücke und Beläge geschnitten werden, in großen Mengen verfügbar. An kleinen Handmustern lässt sich der optische Gesamteindruck stark texturierter Natursteine nicht vermitteln. Hier ist es wichtig, den Dekorstein großflächig zu betrachten. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man sofort die Steine auswählen kann, aus denen die Werkstücke geschnitten werden. Dadurch treten keine Farb- und Texturunterschiede zwischen Mustern und der tatsächlichen Lieferung auf. Der Weg zum Natursteingroßhändler ist auf alle Fälle ein Weg, der sich lohnt.
Natur ist nicht reproduzierbar
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Zeit. Wer sich frühzeitig auf die Suche begibt, der hat die besten Chancen, seinen „Traumstein“ zu finden. Es kann vorkommen, dass Mengen im Lager für die vorgesehene Bauaufgabe nicht ausreichen – oder zwar der Dekorstein an sich, jedoch nicht das momentane Dekor der Rohtafeln gefällt und man eine erneute Anlieferung abwarten möchte. Wer hier über genügend Zeit verfügt, ist klar im Vorteil. Hat man seinen Stein gefunden, dann gilt es sofort zuzuschlagen. Wird der Stein erst einmal anderweitig verkauft, wird es nicht mehr gelingen, dieses Farb- und Texturbild nochmals exakt gleichartig zu finden. Sofort ordern ist hier die Devise, selbst wenn der Einbau erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.
Wer nicht die Zeit findet, den Stein selbst auszusuchen, der sollte bedenken, dass vorliegende Muster niemals die genaue Farbe und Textur der tatsächlichen Lieferung wiedergeben können. Man sollte deshalb niemals Farbkollagen von Tapeten, Anstrichen oder angrenzenden Teppichbelägen mit Mustern aus den Ausstellungen des Handels oder der Verarbeiter abstimmen. Natur ist nicht reproduzierbar und somit sind Abweichungen von diesen Mustern vorprogrammiert. Wer mit solchen ausdrucksstarken Naturbaustoffen arbeitet, der sollte die tatsächlichen Lieferungen abwarten, um ein optimales Ergebnis in der Gesamtplanung zu erzielen. Industrieprodukte sind reproduzierbar, die Natur ist es nicht.
