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Foto: Siebert

Betrieb 2011-03-28T00:00:00Z Darum in die Ferne schweifen

Auslandsaktivitäten - Auch in Nachbars Garten gibt es leckere Kirschen. Das wissen alle Handwerksunternehmen, die im Ausland tätig sind. Der Weg dorthin kann jedoch mitunter schwierig sein. Davon kann der Alsdorfer Fliesenlegermeister Georg Bösl Einiges berichten. (Foto: Siebert)

Ein geschäftliches Engagement jenseits der Grenzen vergleichen die Außenwirtschaftsexperten des Handwerks gerne mit einer großen Reise: Es muss gut vorbereitet werden, man muss sich über sein Ziel und die Strecke bis dahin rechtzeitig informieren, man muss sich meist um Reisebegleiter bemühen und trotz all dieser Vorkehrungen gerät man manchmal in die Irre oder in eine Sackgasse.

Dort fühlt sich Bösl immer wieder einmal, wenn er an seine Aufträge in Belgien denkt. Die "Reise" von Alsdorf nach dorthin ist zwar nur wenige Kilometer lang, doch fängt hinter der Grenze offensichtlich eine andere "Welt" an. "Trotz Binnenmarkt und Dienstleitungsfreiheit bin ich dort schon oft vor die Wand gefahren", klagt der Chef eines Sechs-Mann-Betriebs. Die Aufträge, die er im Nachbarland bekomme, seien attraktiv, aber die Auflagen der Behörden und die Zusammenarbeit mit ihnen überaus kompliziert. Der Vergleich mit den Niederlanden, wo er ebenfalls arbeitet, zeige ihm andererseits, dass es auch deutlich anders sprich einfacher geht, dass Belgien also eine besonders "harte Nuss" ist.

Der Amtsschimmel ist überall zu Hause

Die Probleme dort fangen nach den Erfahrungen Georg Bösls und vieler anderer Handwerker schon mit dem bürokratischen Aufwand bei der Unternehmens-registrierung an: Der Föderale Öffentliche Dienst Wirtschaft Mittelstand und Energie, das Centraal BTW Kantoor voor Buitenlandse Belastingplichtige, der Föderale Öffentliche Dienst Finanzen, das Landesinstitut der Sozialversicherungen für Selbstständige, das Amt für Arbeit und Beschäftigung sowie die Sozialinspektion sind nur einige der für diese Prozedur zu kontaktierenden Ämter. Viele Formulare der Behörden sind extrem unverständlich. Wer das "Behörden-Deutsch" fürchten gelernt hat, kann sich vorstellen, wie nervenzehrend ein ins Deutsche übersetzter Text einer französischsprachigen belgischen Behörde ist. Bösls Fazit: "Gerechterweise muss allerdings erwähnt werden, dass die Mitarbeiter der belgischen Behörden im deutschsprachigen Landesteil sehr hilfsbereit sind."

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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