Ein großes Containerschiff im Hafen, beladen mit zahlreichen bunten Containern.
Die Zollaufschläge für indische Keramikfliesen sollen bleiben – trotz Freihandelsabkommen. (Quelle: Danny Cornelissen/Port of Rotterdam Authority)

Industrie 2026-03-03T10:59:58.304Z Confindustria Ceramica zum Freihandelsabkommen EU-Indien

Anlässlich des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Indien äußert sich der italienische Fliesenhersteller-Verband Confindustria Ceramica.

Die seit 2023 bestehenden Antidumpimg-Zölle sollen nach Meinung des Verbands weiter gelten. 

„Die italienische Keramikbranche, die rund 80 Prozent ihres Umsatzes im Export erwirtschaftet und eine der internationalsten Industrien überhaupt ist, nimmt den Abschluss der Verhandlungen über eine Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und Indien mit Wohlwollen zur Kenntnis“, so der Verband Confindustria Ceramica in einer Pressemitteilung. Es sei zu hoffen, dass dieser Vertrag, wie alle von der Europäischen Union ausgehandelten Abmachungen, die gegenseitigen Verpflichtungen und einen angemessenen Schutz der davon betroffenen Beteiligten garantiere.

Indien: Strafzölle seit Februar 2023

Bereits seit einigen Jahren weist der Verband bei Pressekonferenzen immer wieder auf das starke Wachstum der indischen Fliesenexporte hin, hinter dem man eine unfaire Preispolitik – sprich eine Form des Dumpings – vermutet. Diese Praktiken seien auch von der Europäischen Kommission festgestellt worden, so die Confindustria Ceramica weiter. Daraufhin wurden die indischen Fliesenimporte in die Länder der Europäischen Union im Jahr 2023 mit Strafzöllen zwischen 6,7 und 8,7 Prozent belegt, zu denen ein allgemeiner Einfuhraufschlag von 5 Prozent hinzukommt.

Aus Sicht des Verbands ist es absolut notwendig, diese Zölle auch nach dem Inkrafttreten der Freihandelsabmachung weiterhin beizubehalten. Andernfalls würde dies die italienische und die europäische Fliesenindustrie schädigen, die mit den „extrem aggressiven“ indischen Konkurrenten im Wettbewerb stehen. Diese verfügen über erhebliche Überkapazitäten in der Produktion, die schon jetzt durch Dumping auf die europäischen Märkte gelangen.

zuletzt editiert am 04. März 2026