Co-Housing mit Keramikfassade Teaser
„Flatmates“ setzt sich aus drei Wohntürmen zusammen und wurde im Jahr 2018 fertiggestellt. Die runde „Skyroom“-Konstruktion ist auf dem Dach des linken Gebäudes sichtbar. (Fotos: Patrick Tourneboeuf)

Fassade

05. March 2020 | Teilen auf:

Co-Housing mit Keramikfassade

Im Pariser Stadtteil Ivry-sur-Seine steht das größte Co-Housing-Projekt Europas. Junge Startup-Unternehmen finden hier individuell zugeschnittene Wohnräume. Die Gebäude werden ummantelt von Keramikfassaden in monumentaler Anmutung. (Foto: Patrick Tourneboeuf)

Dort wohnen und leben die jungen Unternehmer und Unternehmerinnen gemeinsam – deswegen hat das Projekt den Namen „Flatmates“. Insgesamt 600 Personen finden in dieser Super-WG eine Bleibe. Das Wohnangebot ist attraktiv gestaltet und sehr flexibel auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

„Flatmates“ ist nicht denkbar ohne den nahegelegenen Startup-Campus „Station F“. Die Ideenschmiede bietet 1.000 Unternehmen auf 34.000 Quadratmetern Platz für ihre Forschungsarbeit. Der Campus entstand durch die Umnutzung des seit 1920 bestehenden Eisenbahndepots „Freyssinet“. „Station F“ geht auf eine Initiative des französischen Unternehmers Xavier Niel zurück. Dieser stellte sich nach der Einweihung des Campus die Frage, wo die jungen Leute denn schlafen sollten, und schob damit auch das Projekt „Flatmates“ an, das, wie auch schon „Station F“, von dem Architekturbüro Wilmotte & Associés Architects gebaut wurde.

Gebäude wie Monolithe

Das Projekt „Flatmates“ besteht aus drei Wohntürmen in einer Höhe zwischen 35 und 52 Metern, die sich auf einer Flächenparzelle von 3.500 Quadratmetern gegenüberstehen und einen begrünten Innenhof bilden. Die äußerliche Erscheinung der Häuser mit insgesamt 100 Wohneinheiten wird geprägt von einer vorgehängten Fassade aus keramischen Platten, die der Gebäudehülle einen monolithischen Charakter verleihen. An die dunklen Fliesen schließen sich Balkonbrüstungen aus hellem Metall und gerasterten Lochmustern an. Hinzu kommen sehr auffällige Rahmenkonstruktionen aus eloxiertem Aluminium, die die Fenster umgeben. Die Rahmen und ihre Fenster erstrecken sich jeweils über zwei Stockwerke und entfalten auf diese Weise eine geradezu monumentale Anmutung. Die Gesamtfläche des Projekts beläuft sich auf 12.000 Quadratmeter.

Fliesen kommen von Casalgrande Padana

Bei den verwendeten Fliesen handelt es sich um Materialien der Kollektion „Beton“ aus der Linie „Granitoker“ des italienischen Herstellers Casalgrande Padana. Die Fliesen im Farbton „Dark“ haben ein Format von 60 x 120 Zentimeter und sind 14 Millimeter dick. Das Material verkleidet eine Fassadenfläche von rund 7.000 Quadratmetern. Die dunkle Farbe und das großzügige Format leisten einen wesentlichen Beitrag zum optischen Erscheinungsbild der Fassade und ihrer geometrisch oder streng wirkenden Ausstrahlung, die einer Grafik ähnlich erscheint.

Ein komplettes eigenes Viertel

Ein knappes Viertel der maximal 3.000 in der „Station F“ tätigen Jungunternehmer und Beschäftigten kann in den Wohntürmen untergebracht werden. Die 100 Wohnungen sind mit jeweils 6 Schlafzimmern ausgestattet. Ein 30 Quadratmeter messendes Wohnzimmer mit Küchenfunktion bildet den Mittelpunkt der Wohneinheiten. Der Wohnkomplex ist mit Dienstleistungseinrichtungen wie zum Beispiel. einem Fitness-Studio, Spa, einem Restaurant, Geschäften, Waschsalons und einem Parkdeck ausgestattet. Auf einem Wohnturm kann die Panorama-Location „Skyroom“ genutzt werden.

Co-Housing ist mittlerweile ein europäisches Phänomen und soll jungen studierenden oder forschenden den befristeten Aufenthalt in Zentrallagen mit angespanntem und teurem Wohnraum möglich machen. „Flatmates“ will die Mobilität und den Austausch der jungen „Wohnnomaden“ fördern und demokratisieren. Die angemieteten Flächen können zum Beispiel räumlich individuell zusammengestellt werden, und auch die Mietzeiträume – ob wochenweise, für einige Monate oder ein ganzes Jahr – lassen sich flexibel gestalten.

www.casalgrandepadana.it

https://stationf.co/flatmates

Co-Housing „Flatmates“ mit Keramikfassade von Casalgrande Padana