Das polnische Familienunternehmen Cerrad hat den Wettbewerber Ceramika Nowa Gala (CNG) mit den beiden Marken Ceramika Nowa Gala und Ceramika Gres übernommen. Damit schließt das Unternehmen nach eigenen Angaben strategische Lücken und gewinnt neue Zielgruppen. (Foto: Cerrad)
Bei der Übernahme standen die Ergänzung des Sortiments, Einsparungen bei den Fixkosten und ein klares Vertriebskonzept im Vordergrund. Nach der Gründung 1994 hat sich Cerrad in Polen zunächst als Hersteller von Riemchen etabliert. Später kam dann eine moderne Fertigungsanlage für glasiertes Feinsteinzeug hinzu. Im Jahre 2018 wurde die Produktion mit einer Investition von über 28 Millionen Euro um eine Lamgea-Anlage für XXL-Fliesen ergänzt. Mit über zwölf Millionen Quadratmetern Produktionskapazität gehörte das Unternehmen zu den modernsten Fertigungsbetrieben in Westeuropa.
Mehr Kapazität und umfassenderes Sortiment
In diesem Jahr hat Cerrad bereits eine eigene Marketing- und Vertriebs-GmbH für die Bearbeitung der DACH-Märkte in Deutschland gegründet. Mit der Übernahme der CNG-Gruppe hat Cerrad jetzt einen weiteren strategischen Schritt unternommen. Dazu erklärt Mariusz Muszynski, Direktor Export Westeuropa: „Mit der Übernahme kommen weitere sieben Millionen Quadratmeter Kapazität hinzu. Da es sich dabei hauptsächlich um qualitativ hochwertiges unglasiertes Feinsteinzeug handelt, schließen wir damit eine bestehende Sortimentslücke. Mit einem Gesamtumsatz von jetzt über 100 Millionen Euro gewinnen wir durch die Degression der Fixkosten insgesamt auch weitere Wettbewerbsvorteile, die uns auch bei der Expansion in Westeuropa helfen.“

Neue Marken sollen attraktiv für Fachhandel sein
Die beiden Marken der CNG-Gruppe, Nowa Gala und Ceramika Gres, sind in Osteuropa vor allem im Objektbereich aktiv. Berthold Hellmann, Geschäftsführer der Marketing- und Vertriebsgesellschaft in Deutschland, erläutert: „Vor allem mit dem unglasierten, durchgefärbten und rektifizierten Feinsteinzeugfliesen machen wir unser Sortimentsportfolio für die DACH-Märkte attraktiver. Mit abgestimmten Fliesenkombinationen können wir dann auch Problemlösungen für den Objektbereich anbieten. Damit wird unser Konzept für den Fachgroßhandel deutlich attraktiver. Hier kann er durch unser vorteilhaftes Preis-Leistungsverhältnis Marktanteile zurückgewinnen, die jetzt oftmals im Direktvertrieb an ihm vorbeilaufen.“
Zusammen mit der im Jahr 2020 geplanten zweiten Lamgea-Linie im Cerrad-Werk in Starachowice wird das Unternehmen dann mit rund 24 Millionen Quadratmetern Kapazität zu den größten Herstellern in Nordeuropa zählen.