Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft begrüßt die Beschlüsse des Bundestages zur Energiewende. Gleichzeitig fordert sie die Politik aber auf, die Chancen der energetischen Gebäudesanierung zu nutzen und schnell ein Gesetz zu ihrer steuerlichen Förderung zu verabschieden. (Foto: CFalk / pixelio.de)
Die deutsche Bauwirtschaft mit ihren rund 300.000 Betrieben und 2,7 Millionen Beschäftigten unterstützt die eingeleitete Energiewende, schreibt die Bundesvereinigung Bauwirtschaft in einer Pressemitteilung. Ihr Vorsitzender Karl-Heinz Schneider fordert den Bundesrat aber auf, die eingeschlagene Richtung ebenfalls zu unterstützen: Das "Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen in Wohngebäuden" müsse jetzt verabschiedet werden, damit es noch in diesem Jahr seine Wirkung entfalten könne.
Sanierungsbedarf und Energiesparpotenzial: Etwa 30 Millionen Wohnungen
Die Energieeffizienz sei der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende, betont Schneider. "Und das größte Einsparpotenzial bietet dafür zweifellos der Gebäudebestand." Die geplante steuerliche Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen sei der richtige Ansatz, um sanierungswillige Wohnungs- und Hauseigentümer vom Nutzen der Energiewende zu überzeugen und diese zu eigenen Investitionen anzuregen. Es bestehe immerhin Sanierungsbedarf und damit Energiesparpotenzial bei etwa 30 Millionen Wohnungen, die vor dem Jahr 2000 errichtet wurden.

Die energetische Sanierung des Gebäudebestandes könne im Gegensatz zu vielen anderen Maßnahmen ihre Wirkung direkt und unmittelbar entfalten, so Schneider. Werde das "Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen in Wohngebäuden" nun im Bundesrat aus dem laufenden Gesetzgebungsverfahren zum Energiekonzept abgekoppelt und einem langwierigen Vermittlungsverfahren unterworfen, drohe ein weiterer Attentismus der Wohnungs- und Hauseigentümer, so Schneider. Damit würde auch das starke politische Signal der Energiewende als Impuls für deutlich steigende Anstrengungen zur effizienten Energieverwendung ungenutzt verstreichen.
Konjunkturprogramm für den heimischen Mittelstand
Die Förderung der Energieeffizienz in den Jahren 2006 bis 2010 habe Investitionen von rund 75 Milliarden Euro angestoßen, betonte Schneider. Die finanzielle und steuerliche Förderung müsse daher jetzt beschlossen werden: "Diese Maßnahmen steigern nicht nur unmittelbar die Energieeffizienz und senken den CO2-Ausstoß, sonder wirken zugleich als Konjunkturprogramm für den heimischen Mittelstand."