Zehn junge Fliesenleger-Gesellen stellten sich dem zweitägigen Wettbewerb bei der Deutschen Meisterschaft in den Bauberufen. Das Ergebnis: Deutschlands bester Fliesenleger im Jahr 2017 ist Janis Vincent Gentner aus Baden-Württemberg. (Fotos: Küttner/FFN)
Im Wettbewerb der Fliesenleger bei der Deutschen Meisterschaft ist es eine Tradition, dass man an den Werkstücken sehen kann, wo man ist. Das war in diesem Jahr nicht anders. Auf die beiden Wände waren das Eingangsportal einer Burg und das Wappen der Burg Hohenzollern anzubringen. Schließlich fand die 66. Deutsche Meisterschaft in den Bauberufen im Stammland der Hohenzollern statt, im Ausbildungszentrum Bau Sigmaringen.
Die Fliesenleger mussten zwei Wandflächen mit einem Materialmix aus Wandfliesen im Format 15 x 15 Zentimeter und Mosaik (Format 5 x 5 Zentimeter) verkleiden. Neben dem Burgtor und dem Wappen galt es die Jahreszahl des Wettbewerbs einzuarbeiten. Dazu war insgesamt eine aufwändige Schnitttechnik mit diversen Rund-, Diagonal- und Schrägschnitten erforderlich.
Zehn junge Gesellen im Alter von 18 bis 26 Jahren stellten sich dem Wettbewerb und wollten wissen, wer Deutschlands bester Fliesenleger im Jahr 2017 ist. Der 19jährige Janis Vincent Gentner aus Aalen in Baden-Württemberg machte das Rennen und wurde deutscher Meister der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger. Die Silbermedaille ging an Friedolin Käsmann (19) aus Eiterfeld in Hessen. Drittplatzierter wurde Toni Strauß (18) aus dem bayerischen Windelsbach.

Engagement für den Nachwuchs
Für diese Entscheidung war ein letztes Mal Fliesenlegermeister Karl-Heinz Beyer aus Vellmar bei Kassel verantwortlich. Es war seine 20. Deutsche Meisterschaft. 1998 in Mölln hat dieses außergewöhnliche Engagement angefangen. Mit viel Energie hat er sich über die Jahre spannende und anspruchsvolle Aufgaben ausgedacht und damit auch den Wettbewerb weiterentwickelt. „Wir sind von einem Tag auf zwei Tage gegangen, damit wir wirklich bewertbare Ergebnisse hatten. Dann kam der Schnittkurs dazu, um anspruchsvolle Schnitte anzuwenden.“ Spaß hat es Karl-Heinz Beyer stets gemacht. „Wir haben einfach einen tollen Nachwuchs, da lohnt sich das Engagement!“
Und nun folgt eine Übergabe in der Familie: Sohn Andreas, selbst Fliesenlegermeister, übernimmt den Vorsitz des Bewertungsausschusses. Er wurde erst im Oktober 2017 in den Vorstand des Fachverbands Fliesen und Naturstein (FFN) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes gewählt und ist für die Berufsbildung zuständig.
Strahlende Gesichter bei den Gewinnern
Zum Bewertungsausschuss in diesem Jahr gehörte neben Beyer senior Erik Brie-Knöpfle, Ausbildungsmeister im Ausbildungszentrum Donaueschingen. Brie-Knöpfle hat selbst Wettbewerbserfahrungen. 2013 wurde er Deutscher Meister. Fliesenlegermeister Hermann Buck aus Ertingen war der Vertreter aus der Region. Den Schnittkurs am Tag vor dem Wettbewerb führte Roland Filkorn durch. Der Ausbildungsmeister aus Geislingen ist Bundestrainer der Fliesen-Nationalmannschaft und war natürlich neugierig, wer ins Team kommen wird. Auf den Handwerkertagen bei der Firma Karl Dahm wird im April ein Ausscheidungswettbewerb für die EuroSkills 2018 stattfinden.
Bei der Siegerehrung gab es strahlende Gesichter. „Ich freue mich sehr, denn es war ein sehr enger Wettbewerb. Ich selbst konnte keine Unterschiede sehen, wusste aber, dass mir die Konkurrenz dicht auf den Fersen war“, sagte Janis Vincent Gentner über den Gewinn der Goldmedaille. Er ist bei Fliesen Abele GmbH & Co. KG in Aalen ausgebildet worden.
Friedolin Käsmann, der seine Ausbildung im Familienbetrieb Fliesen Käsmann GmbH in Eiterfeld absolviert hat bestätigte, dass es sehr knapp gewesen sei: „Umso größer ist meine Freude über die Silbermedaille.“ Die Bronzemedaille ging an Toni Strauß: „Wir haben uns einem fairen und engen Wettbewerb gestellt“, sagte Strauß, der von Roland Frank in Windelsbach ausgebildet worden ist. „Die beiden Kollegen waren die besseren, auch wenn ich mich natürlich über Gold und Silber noch mehr gefreut hätte.“
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