Produktionshalle in Aschersleben (Quelle: Boizenburg)
Zwei Millionen Quadratmeter Fliesen sollen ab März jährlich in Werk Aschersleben produziert werden. (Quelle: Boizenburg)

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11. November 2021 | Teilen auf:

Boizenburg gründet neue Produktionsgesellschaft für keramische Terrassenplatten

Boizenburg Fliesen will keramische Terrassenplatten in Deutschland herstellen und gründet dafür eine neue Produktionsgesellschaft in Aschersleben.

Dafür wird das ehemalige Petraluxe-Werk bis Ende Februar 2022 umgerüstet. Im März sollen dann die ersten Produkte vom Band rollen. Zu dieser Entscheidung kam Boizenburg durch die coronakrisenbedingte Liefersituation und aus Erwägungen in puncto Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

„Es wird Zeit, die Verantwortung, die wir in Deutschland für unsere Branche haben, neu zu definieren. Nicht nur die Auswirkungen der Pandemie, die uns alle nötigt, unsere Lieferketten und Abhängigkeiten zu überdenken, sondern auch die zunehmende Sorge um unsere Umwelt zeigen uns, dass wir uns bewegen müssen, dass wir handeln müssen. Wir sind bereit, diese Verantwortung zu übernehmen“, sagt Alexander R. Stenzel, CEO und Eigentümer der Boizenburg Fliesen GmbH.

Zehn Millionen Euro Investition

Nach derzeitigen Planungsstand geht das Unternehmen von einer Investition in Höhe von zehn Millionen Euro für das Projekt aus. Der Beginn der Umbaumaßnahmen ist für Ende November geplant. Das 2008 mit einem Volumen von 51 Millionen Euro errichtete Werk in Aschersleben wurde in den Jahren 2016 bis 2018 modernisiert und ist aufgrund der geringen Auslastung in neuwertigem Zustand. Zunächst sollen an den Linien Zwei-Zentimeter und in Zukunft auch Drei-Zentimeter Produkte hergestellt werden.

„Aus der Abhängigkeit lösen“

„Der deutsche Markt für Terrassenkeramik ist zu über 94 Prozent von Importen abhängig“, sagt Ingo Reisdorfer, CSO von Boizenburg Fliesen. „Wir wollen uns aus dieser Abhängigkeit lösen. Dieser Schritt macht uns zudem schneller und flexibler gegenüber den Bedürfnissen unserer Kunden und Partner. Durch die zentrale Lage Ascherslebens verkürzen wir die Lieferstrecken, -zeiten und -kosten.“

„Wir reduzieren die Transportemissionen gegenüber unserem bisherigen importbasierten Geschäftsmodell um zwischen 70 und 90 Prozent.“

Ingo Reisdorfer, CSO von Boizenburg Fliesen

Die Designabteilung von Boizenburg Fliesen hat bereits im Juli, während der ersten Sondierungsgespräche begonnen, Konzepte für die zukünftigen Formate 60 × 60 Zentimeter, 40 × 120 Zentimeter, 60 x 120 Zentimeter, 40 × 80 Zentimeter, 80 × 80 Zentimeter, 45 × 90 Zentimeter und 90 × 90 Zentimeter zu entwickeln. „Wir werden mit unseren Produkten nicht nur den Bedarf in Deutschland mit erstklassigen Designs bedienen. Als Designtreiber wollen wir sowohl Trendsetter als auch Kompetenzzentrum für den Bereich keramischer Terrassenplatten in Deutschland werden“, erklärt Michael Pander, Head of Business Development bei Boizenburg Fliesen.

Der Name des neuen Unternehmens und die neue Produktmarke stehen bereits fest, werden aber aus administrativen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

zuletzt editiert am 24.11.2021