BDI-Umfrage Auswirkungen Energiekosten
Auswirkungen der Energiekosten auf Unternehmen (Quelle: BKF/Destatis/Eurostat/Europäische Verbände)

Aktuell

08. May 2022 | Teilen auf:

BKF: Branche kann die derzeitige Krise meistern

Auch im Jahr 2021 beeinträchtigte die Pandemie das inländische Wirtschaftsgeschehen. Steigende Infektionszahlen in den kalten Jahreszeiten mit teilweise drastischen Maßnahmen in der Gastronomie und im Einzelhandel haben die Erholungsphasen im Sommer deutlich gedrosselt.

So wuchs in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 2,7 Prozent, während es in Europa um 5,3 Prozent anstieg. Zudem war 2021 gekennzeichnet durch die Störung von Lieferketten für zahlreiche Produktgattungen, die nicht nur zu Lieferengpässen geführt haben, sondern zum Jahresende hin zu stark steigenden Preisen. Vor diesem Hintergrund hat das Geschäftsklima in Deutschland seit Mitte des Jahres gelitten und wurde zunehmend pessimistischer eingeschätzt.

Baukonjunktur

Lediglich im Bauhauptgewerbe blieb die Stimmung positiv. Europaweit überstieg die Nachfrage das Angebot; insgesamt ist die Baunachfrage um 5,6 Prozent gestiegen. In Deutschland lag der baugewerbliche Umsatz 2021 leicht im Plus (1,4 Prozent). Unter Berücksichtigung kostenbedingter Preissteigerungen lag er jedoch real bei -6,2 Prozent und im Dezember sogar bei -11,5 Prozent.

Gleichwohl blickt die Baubranche aufgrund der gestiegenen Auftragseingänge verhalten optimistisch in die Zukunft (Wohnungsbau +8,5 Prozent, Wirtschaftsbau +20,4 Prozent). Bei den Baugenehmigungen, die den längerfristigen Trend abbilden, stechen die Zweifamilienhäuser mit +24,6 Prozent hervor, während der Durchschnitt bei +2,8 Prozent liegt.

Fliesenmarkt

Der Fliesenmarkt in Deutschland wurde 2021 von der positiven Grundstimmung getragen und blieb weitestgehend von negativen Einflüssen unberührt. Insgesamt war der Fliesenabsatz in Deutschland für die Fliesenhersteller zufriedenstellend. Der Verbrauch 2021 beträgt nach vorläufigen Zahlen 135,3 Millionen Quadratmeter. Dies entspricht einem Plus von 3,6 Prozent. Die Produktion ist leicht, um 0,8 Prozent, gestiegen, die Importe um 4,9 Prozent und die Exporte um 4,6 Prozent. Die Umsätze sind um 6,3 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs dürfte jedoch zum Teil auf die Kostensteigerungen zurückzuführen sein. Bei den Sortimentsstrukturen haben Veränderungen hin zu Großformaten und stärkeren Fliesen stattgefunden.

„Die deutschen Fliesenhersteller sind überzeugt, dass die Branche in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die derzeitige Krise meistern kann“

Jens Fellhauer, Geschäftsführer des Bundesverbands Keramische Fliesen

Insbesondere bei den Einkäufen aus dem Ausland waren – bedingt durch steigende Kosten – zum Jahresende gewisse Vorzieheffekte und eine erhöhte Einlagerung von Waren beim Handel zu erkennen.

Quelle: BKF/Destatis/Eurostat/Europäische Verbände

Bei den Importländern liegt unverändert Italien vorn (+6,3 Prozent), gefolgt von der Türkei (+18,3 Prozent) und Spanien (circa +5 Prozent). Während die Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Importe aus China ihre Effektivität zeigen, konnten Hersteller in Indien und Russland ihre Exporte nach Deutschland drastisch ausbauen (+53 Prozent beziehungsweise +118 Prozent). Letztere profitieren von besonders industriefreundlichen Rahmenbedingungen (zum Beispiel niedrige Energiepreise und geringe Umweltstandards).

Die Exporte keramischer Fliesen aus Deutschland beliefen sich nach vorläufigen Zahlen auf insgesamt 26,4 Millionen Quadratmeter (+4,6 Prozent). Die drei Top-Exportzielländer sind die Niederlande (+7 Prozent), Österreich (-5,9 Prozent) und die Schweiz (-5 Prozent). Erfreulich ist die Entwicklung der Exporte nach Italien (+19,8 Prozent), nach Frankreich (+11,3 Prozent) sowie nach Schweden und Dänemark mit jeweils +23,2 Prozent.

Ein Ausblick für 2022 ist angesichts des Ukraine-Kriegs kaum möglich – Energiepreise explodieren, internationale Lieferketten brechen zusammen. Wenn Sie dennoch mehr erfahren wollen – lesen Sie den vollständigen Beitrag in der F+P Ausgabe 7/2022.

zuletzt editiert am 16.05.2022