BGV-Broschüre Faire Arbeit
Die Broschüre „Gemeinsam, konsequent, kompetent“ ist kostenfrei als PDF erhältlich. (Bild: BGV)

2016-01-06T00:00:00Z BGV: Broschüre zu fairer Arbeit am Bau

Lang ist die Liste mit „Hilfsmitteln für faire Arbeit am Bau“, die ein Team der RWTH Aachen zusammengestellt hat und die jetzt vorgestellt wurde. Sie sollen helfen, Schwarzarbeit und andere illegale Praktiken bei Bauprojekten zurückzudrängen. Die Broschüre „Gemeinsam, konsequent, kompetent“ fasst die Ergebnisse zusammen. (Bild: BGV)

Unfaire Wettbewerber brächten die fair arbeitenden und kalkulierenden Unternehmen „immer mehr in die Bredouille“, beschrieb Staatssekretär Wilhelm Schäffer vom NRW-Arbeitsministerium die Situation. Die Broschüre „Gemeinsam, konsequent, kompetent“ fasst die Ergebnisse des von seinem Haus und der Europäischen Union geförderten Projektes zusammen, an dem auch die Baugewerblichen Verbände beteiligt waren. Als Bezugsregion diente die Stadt Oberhausen.

Unfaire Anbieter werden immer kreativer

Bei der Abschlussveranstaltung des Projektes wurde ein intensivere Zusammenarbeit der Behörden und der Wirtschaft diskutiert. Unfaire Anbeiter fänden immer vielfältigere Wege, um die Betriebe, die sich an die Vorschriften halten, auszubooten, erklärte Professor Rainard Osebold von der RWTH. Die Folge ist für Peter Geese vom Initiativkreis Handwerk Oberhausen, dass immer mehr Firmen und damit Arbeits- und Ausbildungsplätze gefährdet werden. „Die Rahmenbedingungen waren schon schlecht und sie haben sich während der Laufzeit des Projektes weiter verschlechtert.“

Projektpartner diskutieren mögliche Lösungen

As „Gegenmittel“ schlagen die Projektteilnehmer beispielsweise vor, besser qualifiziertes Personal bei den beteiligten Institutionen einzusetzen, das Baustellenschild mit allen tatsächlich an einem Bau beteiligten Unternehmen zu erweitern, Anwesenheitslisten für alle Bauarbeiter zu führen oder ein „Weißbuch“ einzuführen, in dem nur die gesetzestreuen Firmen aufgelistet werden. Diese Zusammenstellung solle nun intensiv diskutiert werden – in lokalen Arbeitskreisen ebenso wie in und zwischen den Landesministerien.

Besonders gefordert im Kampf gegen Schwarzarbeit seien die Städte und Gemeinden. „Jede Kommune muss sich fragen, wie viel ihr das Thema wert ist“, mahnte etwa Professor Osebold .

Vertragsbedingungen und Vertragsstrafen als Mittel gegen illegale Praktiken stellten Kay-Uwe Rhein von der Vergabestelle in Mönchengladbach und sein Kölner Kollege Stefan Welzel vor. Sie seien aus zweierlei Gründen wirkungsvoll: Ihre Existenz „spricht sich am Markt herum“ und sie bringen Geld in die Stadtkasse, mit dem die Kontrolleure mindestens teilweise bezahlt werden können.

Die Broschüre „Gemeinsam, konsequent, kompetent“ steht bei den Baugewerblichen Verbänden kostenfrei als Download zur Verfügung.

www.bgv-nrw.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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