Der Lagebericht gibt die Ergebnisse der halbjährlichen Konjunkturumfrage wieder. (Foto: LBB)

2014-11-19T00:00:00Z Bayerisches Bau-und Ausbaugewerbe: Konjunktur robust

Der baugewerbliche Umsatz zeigt sich mit einem Plus von 8,2% (Januar bis Juli), das überwiegend vom Wohnungs- und gewerblichen Bau getragen wird, sehr robust. Die Stimmung im bayerischen Bau-und Ausbaugewerbe trübt sich aber zunehmend ein. (Foto: LBB)

Der Herbstlagebericht der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern zeigt in wichtigen Kennzahlen zum Teil deutlich schlechtere Werte als im Vorjahr. Dabei schätzen die Bauhandwerker die Lage in vielen Punkten pessimistischer ein als die Ausbauunternehmer. Bei der Präsentation der Konjunkturumfrage betonte LVB-Sprecher Hans Auracher jedoch, dass zur Schwarzmalerei kein Grund bestehe.

Zunehmender Pessimismus

Derzeit bezeichnen nur noch 61 der Baubetriebe ihre Geschäftslage als gut, vor einem Jahr waren es 76 Prozent. Im Ausbaubereich sank diese Zahl nur leicht auf 66 Prozent. Hier sind auch die Erträge weitgehend stabil, während nur noch ein gutes Drittel der Bauhandwerker gute Gewinne einfährt. „Eine Besserung ist nicht in Sicht – im Gegenteil: Der Auftragsbestand ist in den vergangen Monaten in den Bau- und Ausbaubetrieben unter das Niveau der Vorjahre gerutscht“, sagte Auracher. Mit Blick auf künftige Aufträge sind vor allem die Bau-, aber auch zunehmend die Ausbaubetriebe pessimistisch: Lediglich jeder dritte Befragte erwartet in den kommenden Monaten eine gute bis sehr gute Nachfrage. Mit Blick auf die Geschäfts-und Umsatzentwicklung ist die Stimmung des Baugewerbes damit auf das Niveau des Herbstes 2010 zurückgefallen.

Trotz eingetrübter Konjunkturaussichten ist der Personalbedarf im bayerischen Bau- und Ausbaugewerbe hoch. Weil den Betrieben aber zunehmend die Fachkräfte fehlen, rechnet die Branche für die kommenden Monate nicht mit einem Personalzuwachs. „In unseren Gewerken ist die Ausbildungsbereitschaft unverändert hoch, obwohl wir ungewisseren Zeiten entgegensehen“, sagte Auracher und verwies auf den Nachwuchsmangel, der immer spürbarer sei.

„Brauchen mehr Impulse"

Von der Politik fordert die Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern klare Weichenstellungen, um die Konjunktur im Bau- und Ausbausektor anzukurbeln. „Wir brauchen mehr Dynamik und mehr Impulse im Wohnungsbau und eine effektive Förderung der energetischen Sanierung. Nur so lassen sich die Wohnungsnot in vielen Regionen bekämpfen und die Klimaschutzziele erreichen. Seit vielen Jahren sind die Verkehrswege dramatisch unterfinanziert. Die Investitionsquote im Bundeshaushalt ist von 1998 bis 2012 von 13 auf 9,6 Prozent gesunken. Unser Land zehrt von der Substanz. Es muss endlich bedarfsgerecht in die öffentliche Infrastruktur investiert werden“, brachte Auracher die Forderungen auf den Punkt.

Die Verbände des bayerischen Bau- und Ausbaugewerbes fordern außerdem eine Anpassung der kaufrechtlichen Mängelhaftung im BGB, so dass nicht mehr die Baubetriebe als Käufer die wirtschaftlichen Risiken für die Aus-und Einbaukosten mangelhafter Baumaterialien tragen müssen. Denn verursachen mangelhafte Baustoffe Mängel der Werkleistung, so ersetzt der Verkäufer regelmäßig nur den Baustoff selbst. Auf den Kosten für den Ausbau des mangelhaften Produkts und den Wiedereinbau des mangelfreien Ersatzbaustoffs bleiben die Bau-und Ausbauunternehmen nach derzeitiger Rechtslage regelmäßig sitzen. Die Folgen treffen sowohl Bau- als auch Ausbaubetriebe hart. 60 Prozent der Ausbaubetriebe und 44 Prozent der befragten Baubetriebe blieben schon mindestens einmal auf den Aus-und Wiedereinbaukosten sitzen, die ein mangelhafter Baustoff verursacht hat.

www.lbb-bayern.de

zuletzt editiert am 23. Mai 2025
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