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Im bayerischen Bau- und Ausbaugewerbe steigt die Stimmung. (Foto: Rolf Handke pixelio.de)

2011-04-11T00:00:00Z Bayerisches Bau- und Ausbaugewerbe: Gute Stimmung trotz schlechter Zahlen

Trotz schlechter Vorjahres-Zahlen ist die Stimmung gut im bayerischen Bau- und Ausbaugewerbe. Besonders das Ausbaugewerbe sorgt für eine positive Bilanz. Sorgen bereiten dem Baugewerbe aber zurückgefahrene kommunalen Investitionen sowie Lohndumping und steigender Preisdruck. (Foto: Rolf Handke pixelio.de)

Die Mehrzahl der Betriebe schätzt die wirtschaftliche Lage positiv ein: Nach einem Lagebericht der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern (LVB) bezeichnen 39 Prozent der Bau- und 53 Prozent der Ausbaubetriebe die Situation derzeit als gut oder sogar als sehr gut. Auch die Ertragslage hat sich demnach weiter stabilisiert.

Dagegen ist nach den Daten aus Bayern bei der Entwicklung der Baupreise zumindest im Bauhauptgewerbe überhaupt keine Verbesserung zu erkennen: Ein Drittel der Betriebe erzielt gerade noch auskömmliche Preise und nur sechs Prozent ist mit ihnen zufrieden. Im Ausbaugewerbe sind die Zahlen im Frühjahr etwas besser. Dabei die Stimmung in diesem Frühjahr besser als die tatsächliche Zahlenlage: Über das gesamte Jahr 2010 ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe noch ein Prozent schlechter ausgefallen, als im ohnehin schon schwachen Jahr 2009.

Öffentlicher Bau enttäuscht

Besonders enttäuschte der öffentliche Bau, der 2009 die Baukonjunktur noch stützte. Auch der Gewerbebau hat noch keine Fahrt aufgenommen. Allein der anziehende Wohnungsbau verhinderte eine noch schlechtere Jahresbilanz. Im Bereich Ausbau ist nach jüngsten Einschätzungen der Mitglieder in den Bereichen Schreiner, Maler und Raumausstatter das Jahr 2010 mit einer Umsatzsteigerung von einem bis zwei Prozent erfreulicher verlaufen.

Der Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern, Hans Auracher, betonte die unterschiedliche Entwicklung in der Branche. "Zwar entwickelt sich die Branche insgesamt positiv. Dies ist aber vor allem dem Schwung im Ausbaugewerbe zu verdanken." Vor allem den öffentlichen Bau beobachte man auch in diesem Jahr mit Sorge.

Sorgen im Bauhauptgewerbe

In diesem Zusammenhang warnt Auracher vor den Folgen der zurückgefahrenen kommunalen Investitionen und fordert die Staats- und Bundesregierung auf, die Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Bauinvestitionen auf einem bestandserhaltenden Niveau zu halten. Mit Blick auf die anstehende Arbeitnehmerfreizügigkeit für osteuropäische Beschäftigte sind vor allem im Bauhauptgewerbe die Sorgen vor Lohndumping und steigendem Preisdruck groß.

Hoffnungsvoll sind nach den Worten von Auracher dennoch die verbesserten Personalplanungen der Unternehmen: Quer durch die Branche gibt es mehr Betriebe, die ihr Personal aufstocken oder halten wollen, als Betriebe, die Beschäftigung abbauen müssen. Außerdem sei eine leicht steigende Ausbildungsleistung im bayrischen Bau- und Ausbaugewerbe zu erwarten.

Konjunkturumfrage bei 1600 Betrieben

Die Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern repräsentiert nach eigenen Angaben zehn Verbände des Bau- und Ausbauhandwerks mit rund 300.000 Mitarbeitern in etwa 35.000 Betrieben. Der Lagebericht gibt die Ergebnisse der halbjährlichen Konjunkturumfrage wieder, an der sich 1.600 Betriebe beteiligt haben. Alle Daten des Lageberichts gibt es auf der Homepage der Vereinigung.

www.lvb-bayern.de

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zuletzt editiert am 11. März 2021
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