Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft erwartet für das Jahr 2014 eine Steigerung des Umsatzes um 2,8 Prozent. Gleichzeitig kritisiert die Vereinigung fehlende Investitionen und investive Anreize in der Politik der Großen Koalition. (Foto: Codex)
„Wir rechnen mit einem Umsatz von fast 220 Milliarden Euro in 2014, was einer Steigerung um 2,8 Prozent entspricht. Dafür benötigen wir auch mehr Personal und gehen jahresdurchschnittlich von knapp 2,5 Millionen Beschäftigten aus.“ So die Aussage von Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, dem Zusammenschluss des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks. Zu diesem Umsatzwachstum trägt das Bauhauptgewerbe 82 Milliarden Euro (= +3 Prozent) überproportional bei. Im Ausbau wird ein Umsatz von 80 Milliarden Euro (= +2 Prozent) und im Bereich Energie- und Gebäudetechnik von 58 Milliarden Euro (= +2,6 Prozent) erreicht werden.
Wohnungsbau trägt Wachstum
Für das Wachstum ist ein weiteres Mal die dynamische Entwicklung im Wohnungsbau verantwortlich. In 2014 geht die Bauwirtschaft von der Fertigstellung von 225.000 neuen Wohnungen aus. Der anhaltende Aufwärtstrend im Wohnungsneubau fußt neben dem Nachholbedarf auf robusten Arbeitsmarktdaten und steigenden Einkommen. Auch die Zuwanderung nach Deutschland führt zu einer höheren Nachfrage nach Wohnungen: „Nach 177.000 Wohnungen in 2012, rechnen wir in 2013 mit der Fertigstellung von circa 200.000 Wohneinheiten“, so die Prognose Schneiders.
Ausbaugewerbe profitiert
Das Ausbaugewerbe hat von der anziehenden Neubautätigkeit ebenso profitieren können wie von dem anhaltend hohen Niveau der Arbeiten im Bestand. Im Bereich Energie- und Gebäudetechnik ist es insbesondere das Sanitär-, Heizung- und Klimahandwerk, das von zwei gegenwärtig sehr präsenten Trends profitiert: der demografischen Entwicklung und dem energieeffizienten Wohnen. Am altersgerechten und barrierefreien Umbau der Bäder partizipiert das Handwerk ebenso wie an der energieeffizienten Umrüstung von Heizungsanlagen. Das Jahr 2013 werden die rund 300.000 Betriebe des Bau- und Ausbauhandwerks wohl mit einem Umsatzplus von 2,1 Prozent abschließen und rund 213,5 Milliarden Euro erwirtschaften. Dabei werden die in der BVB vertretenen Unternehmen des Bauhautgewerbes ein Plus von 2,5 Prozent erreichen. Die Unternehmen im Bereich Ausbau werden auf ein Umsatzwachstum von rund 1 Prozent kommen. Wie bereits im Jahr 2012, schneidet der Bereich Dienstleistungen und Gebäudetechnik mit nahezu + 3 Prozent am besten ab.
Politik blockiert Investitionen
Trotz der Dynamik besteht weiterhin ein Mangel an bezahlbaren Mietwohnungen vor allem in den Ballungsgebieten. „Allein während der abgelaufenen Legislaturperiode wurden mehr als 300.000 Wohnungen zu wenig gebaut. Diese Wohnungen fehlen weiterhin“, erläuterte Schneider die Problematik. Gleichzeitig beklagte er, dass der Politik die Situation wohl bewusst sei, aber die entsprechenden Maßnahmen zu deren Behebung ausblieben. Schneider nannte explizit die Erhöhung der AfA von 2 Prozent auf 4 Prozent bzw. die Einführung einer degressiven AfA. Stattdessen habe sich die Große Koalition auf eine Mietpreisbremse verständigt, die notwendige Investitionen verhindere. Schneider forderte darüber hinaus auch die steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. „Ohne sie wird es keine signifikante Ausweitung der Sanierungsmaßnahmen geben.“ Ansonsten könnten die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht erreicht werden. Auch müsse die Bundesregierung nun endlich den demografischen Umbau gezielt und langfristig angehen und entsprechende Förderprogramme für einen altersgerechten Umbau von Wohnungen und Häusern auf den Weg bringen.
