Angesichts des gewaltigen Investitionsbedarfs im Verkehrswegenetz unterstützt die baden-württembergische Bauwirtschaft die Einführung eines geschlossenen Finanzierungskreislaufs für den Bundesfernstraßenbau. Außerdem plädiert sie für eine zweckgebundene Pkw-Autobahn-Maut. (Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)
Diese müsse jedoch ausschließlich dem Verkehrswegebau zugute kommen und für Autofahrer aufkommensneutral sein. "Unsere Straßen sind mittlerweile in einem solch beklagenswerten Zustand, dass endlich Schluss sein muss mit der jahrelangen Flickschusterei", erklärt der Präsident der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Thomas Schleicher. "Wir brauchen eine dauerhafte Lösung, um das Problem der chronischen Unterfinanzierung unseres Verkehrswegenetzes in den Griff zu bekommen."
Dabei gehe es nicht nur um Löcher im Asphalt, die nach dem langen Winter oft nur notdürftig mit Kaltasphalt verfüllt werden und für die Autofahrer ein sichtbares Ärgernis darstellen. Das Problem liege sprichwörtlich tiefer. Denn der Unterbau vieler Straßen im Land hält nach Jahren der Vernachlässigung der wachsenden Verkehrsbelastung zwischenzeitlich nicht mehr stand. Weil aber kein Geld da ist, wird meist nur oberflächlich saniert. Dabei betragen die Folgekosten solcher provisorischer Maßnahmen oft ein Vielfaches dessen, was eine rechtzeitige Sanierung gekostet hätte. Leider konnte auch durch die Konjunkturprogramme der riesige Investitionsstau im Bereich Verkehrswegebau nicht beseitigt werden. Allein im Bundesfernstraßenbau hat das stark befahrene Transitland Baden-Württemberg im Laufe der letzten zehn Jahre rund 1.172 Millionen Euro weniger bekommen, als für die Erhaltung und den Neubau dieser Straßen eigentlich notwendig wären.
