Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, fordert die Politik auf, die Investitionen auf allen staatlichen Ebenen hochzuhalten.
Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, fordert die Politik auf, die Investitionen auf allen staatlichen Ebenen hochzuhalten. Quelle: Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Cornelius Gollhardt

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17. March 2021 | Teilen auf:

Bauwirtschaft erwartet Umsatzplus von rund einem Prozent

Man ist vorsichtig zuversichtlich: Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft geht bei ihren Mitgliedern für 2021 von einem Wachstum von 1,3 Prozent aus. Im vergangenen Jahr haben sich die einzelnen Bereiche der Bauwirtschaft stark unterschiedlich entwickelt, insgesamt gab es ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent.

Mit einem Umsatzplus von 1,3 Prozent im laufenden Jahr würden die rund 370.000 Mitgliedsbetriebe der Bundesvereinigung Bauwirtschaft 386,2 Milliarden Euro erwirtschaften.

Das verhaltene Umsatzwachstum 2020 spiegele sich auch bei der Beschäftigtenentwicklung wider, so der Verband. Insgesamt hat die Bauwirtschaft ihren Beschäftigtenstand bei 3,4 Millionen halten können, mit leichten Zugewinnen im Bauhauptgewerbe (+1,2 Prozent) und bei der Gebäudetechnik (+0,2 Prozent) sowie mit einem leichten Verlust im Ausbaubereich (-0,6 Prozent).

Bauhauptgewerbe hat 2020 von Wohnungsneubau profitiert

Der Bereich des Bauhauptgewerbes war stark von der guten Entwicklung im Wohnungsneubau geprägt. Insgesamt haben die Betriebe hier im vergangenen Jahr 128,4 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. Für das laufende Jahr erwarten sie einen Umsatz von fast 130 Milliarden Euro, was dann nur noch plus 0,7 Prozent ausmacht. Auch die Zahl der Beschäftigten dürfte mit 0,4 Prozent nur marginal auf 880.000 Menschen steigen. Die Wachstumsdynamik lasse hier erkennbar nach.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Marcus Nachbauer, begründet die weniger dynamische Entwicklung zum einen mit Vorzieheffekten im Wohnungsbau aus dem vergangenen Jahr, zum anderen mit weiterhin schwachen Impulsen im Wirtschaftsbau. „Die Investitionsneigung in den betroffenen Wirtschaftsbereichen wird sich, auch angesichts des weiter verlängerten Lockdowns, nur langsam erholen. Im Wohnungsbau rechnen wir für 2020 und 2021 jeweils mit circa 300.000 fertiggestellten Wohneinheiten.“

Ausbau verliert an Dynamik

Der Bereich des Ausbaus konnte in der Umsatzentwicklung 2020 nicht an die Vorjahresdynamik anknüpfen. Die verminderte Nachfrage von Industrie und Dienstleistung hatte hier per Saldo eine größere Auswirkung. Die Ausbausparte erreichte daher einen Umsatz von circa 94,5 Milliarden Euro, was minus 0,5 Prozent entspricht. Die Aussichten für 2021 bleiben ebenfalls verhalten. „Wir rechnen mit einem leichten Umsatzplus von einem Prozent auf 95,5 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten stagniert bei 877.000“, so Nachbauer.

Nachbauer betont, dass die Bauwirtschaft insgesamt gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen ist: „Die Branche hat sich größtenteils als robust und als wichtige Stütze der Gesamtkonjunktur erwiesen.“

Gleichzeitig fordert er die Politik auf, die Investitionslinien auf allen staatlichen Ebenen hoch zu halten. Da 60 Prozent der öffentlichen Bauinvestitionen von Städten und Gemeinden getätigt würden, sei hier eine Anhebung und Verstetigung der Investitionsbudgets besonders wichtig. Darüber hinaus appellierte Nachbauer an die öffentliche Hand, „ihre Aufgabe und Verantwortung als Bauherr wahrzunehmen. Hier braucht es ausreichende Kapazitäten und eine moderne digitale Infrastruktur“.

www.bv-bauwirtschaft.de