Eine Studie von Bauinfoconsult zum kleinen Bauhandwerk kommt zu dem Ergebnis, dass Schwarzarbeit gerade bei kleineren Aufträgen weit verbreitet ist. Nach Angaben der befragten Handwerker sind rund zehn Prozent der Privatkunden bereit, ohne Rechnung zu bezahlen. (Grafik: BauInfoConsult)
Schwarzarbeit am Bau verursacht Schäden in Milliardenhöhe. Dem Staat entgehen Steuereinnahmen, der ehrliche Handwerker verliert Aufträge. Gerade kleinere bauhandwerkliche Arbeiten – wie etwa das Auswechseln eines Eckventils, der Anstrich der Küche oder das Parkettverlegen im Wohnzimmer – laden förmlich dazu ein, bar und ohne Rechnung bezahlt zu werden. Da gerade bei Fachbetrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern insbesondere Kleinaufträge unter 2.000 Euro das Auftragsportfolio dominieren, kann man davon ausgehen, dass hier das Schwarzarbeitsrisiko vergleichsweise hoch ist.
Und nach Angaben von Bauinfoconsult bestätigen die Untersuchungsergebnisse einer neuen Studie zum kleinen Bauhandwerk diese Annahme: 48 Prozent der 753 befragten kleinen Handwerksunternehmen gehen davon aus, dass viele ihrer Mitbewerber gerade kleinere Aufträge häufig „schwarz“ durchführen. Dies, so Bauinfoconsult, deute darauf hin, dass die Schwarzarbeit im Kleinhandwerk kein Einzelfall ist. Wie hoch der Anteil der Schwarzarbeit in diesem Segment wirklich sei, könne naturgemäß nur geschätzt werden. Weitere Untersuchungsergebnisse legten aber nahe, dass circa ein Zehntel aller Aufträge von Privatleuten an der Steuer vorbei ausgeführt wird: Die befragten Handwerker gaben an, dass zehn Prozent ihrer Privatkundschaft nicht auf einer Rechnung bestehen.
