Geldscheine
Ab 1. Mai 2024 sollen Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr 1.080 Euro bekommen. (Quelle: Pixabay)

Betrieb 2024-06-04T11:27:56.970Z Baugewerbe: So könnten die Löhne steigen

Die Tarifvertragsparteien der Baubranche haben sich auf einen Einigungsvorschlag verständigt. Jetzt kommt es auf die Zustimmung der Gremien an.

Die Tarifvertragsparteien Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Zentralverband Deutsches Baugewerbe haben sich im Tarifkonflikt nach einer ersten Sondierung und folgenden intensiven Verhandlungen auf einen Vorschlag zur Lohn- und Gehaltserhöhung geeinigt. Die zuständigen Gremien haben nun bis zum 14. Juni 2024 Zeit, diesem Vorschlag zuzustimmen. Bis dahin werden die Arbeitskampfmaßnahmen ausgesetzt. 

Bei einer Laufzeit von drei Jahren ab dem 1. April 2024 sieht der Einigungsvorschlag eine dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung vor.

So sollen die Löhne und Gehälter steigen

Erste Stufe 

Anhebung der Löhne und Gehälter mit Ausnahme der Lohngruppe 1 (Ost und West) ab dem 1. Mai 2024 um 1,2 Prozent im Westen und um 2,2 Prozent im Osten. Die Lohngruppe 1 soll bundeseinheitlich um 2,2 Prozent erhöht werden. Alle Lohn- und Gehaltsgruppen erhalten zusätzlich einen tabellenwirksamen Festbetrag von 230 Euro monatlich. 

Zweite Stufe 

Ab dem 1. April 2025 ist eine weitere prozentuale Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,2 Prozent im Westen und 5,0 Prozent im Osten vorgesehen. In der 1. Lohngruppe erfolgt die Erhöhung bundeseinheitlich in Höhe von 5,0 Prozent. 

Dritte Stufe 

Ab dem 1. April 2026 sollen alle Lohn- und Gehaltsgruppen um 3,9 Prozent im Westen steigen. Die Löhne und Gehälter im Osten sollen auf das Niveau des Tarifgebietes West angehoben werden. Damit soll die Ost-West-Angleichung vollzogen werden.

Mehr Geld für Auszubildende 

Um die Attraktivität der Ausbildung zu steigern, soll die Vergütung für das erste Ausbildungsjahr für alle Ausbildungsberufe bundeseinheitlich ab dem 1. Mai 2024 auf 1.080 Euro erhöht werden. Für die weiteren Ausbildungsjahre sind ebenfalls Erhöhungen vorgesehen. Außerdem soll eine stärkere Annäherung der Ausbildungsvergütung der technisch-kaufmännischen Ausbildungen an die der gewerblichen Ausbildungen erfolgen. Zum 1. April 2026 sollen die Ausbildungsvergütungen im Westen erneut um 3,9 Prozent angehoben und die Ost-West-Angleichung vollzogen werden. 

Uwe Nostitz, Vizepräsident Zentralverband Deutsches Baugewerbe und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, kommentiert: „Uns als Arbeitgeber war es besonders wichtig, dass unser Vorschlag zur Anhebung der Ausbildungsvergütungen jungen Menschen nun eine attraktive Perspektive bietet und es uns gelungen ist, die Ost-West-Angleichung schon früher als geplant zum 1.4.2026 zu vollziehen.“

Jutta Beeke, Vizepräsidentin Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und alternierende Vorsitzende der gemeinsamen Verhandlungskommission sagt: „Das Erreichen einer Laufzeit von 36 Monaten schafft Planungssicherheit und ist für unsere Unternehmen speziell im Hinblick der angespannten Auftragslage von immenser Bedeutung.“

zuletzt editiert am 12. Juni 2025