Hessisches Baugewerbe
Von links: Thorsten Schäfer-Gümbel, Frank Dittmar, Präsident des Verbands der baugewerblichen Unternehmer in Hessen, und Winfried Becker, Landrat im Schwalm-Eder-Kreis, nach der Wahl Dittmars zum Präsidenten im Juni. (Foto: BGVHT)

2016-10-06T00:00:00Z Baugewerbe: Schwarze Schafe besser verfolgen

Beim alljährlichen Gespräch von Vertretern des Verbands baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. und der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern forderten die Teilnehmer eine intensivere Verfolgung von Schwarzarbeit und unberechtigter Handwerksausübung sowie eine schärfere Ahndung der Vergehen. (Foto: BGVHT)

„Es wird den schwarzen Schafen noch immer zu leicht gemacht, sich auf Kosten der regulär arbeitenden Baubetriebe zu bereichern“, sagte der Präsident des Verbands der baugewerblichen Unternehmer, Frank Dittmar. „Allein die drei hessischen Handwerkskammern geben weit über 2.000 Anzeigen wegen Schwarzarbeit oder unberechtigter Handwerksausübung an die zuständigen Kreise und kreisfreien Städte weiter“, berichtete Heinrich Gringel, Präsident der Arbeitsgemeinschaft, „aber Vollzug und Sanktionen haben eine viel zu geringe abschreckende Wirkung.“

Die Spitzenvertreter des Baugewerbeverbands und der drei hessischen Handwerkskammern waren sich einig, dass Regelungen und Gesetze nicht ausreichen. Es fehle an einer konsequenten Verfolgung und vor allem an schmerzhaften Strafen für Verstöße. Zudem seien die für Schwarzarbeitsverfolgung zuständigen kommunalen Stellen personell nicht ausreichend besetzt.

Darüber hinaus betonten Handwerkskammern und Bauverband die Gefahr, die durch die „Dumping-Konkurrenz von Scheinselbständigen“ ausgehe. Diese müssten sich nicht an Tarifverträge und Mindestlohnregeln halten und häufig keine Sozialabgaben zahlen. „Die Politik hat noch keinen Weg gefunden, diese Wettbewerbsverzerrungen wirksam zu begrenzen, die sie durch die Novellierung der Handwerksordnung selbst hervorgerufen hat“, beklagte Dittmar. „Einem fairen Wettbewerb würden sich unsere Betriebe gern stellen.“ Bei den derzeitigen Bedingungen, so Dittmar, hätten sie allerdings erhebliche Schwierigkeiten, sich am Markt gegen die Billigkonkurrenz zu behaupten.

www.handwerk-hessen.de

zuletzt editiert am 11. März 2021
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