Der ZDB will einen Austausch mit Berlin, um Entlastungen für die Bauunternehmen zu diskutieren. (Quelle: Pixabay)

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22. March 2022 | Teilen auf:

Baugewerbe schlägt runden Tisch zu Materialpreisen und Lieferengpässen vor

Täglich andere Materialpreise, keine Lieferzusagen, viel Ungewissheit: Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine stellen Bauunternehmen vor Herausforderungen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) wünscht sich daher einen runden Tisch von Baubranche und Politik, um Entlastungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Die Bauunternehmen müssen derzeit laut ZDB mit tagesaktuellen Preisen arbeiten und bekommen oftmals auch keine Lieferzusagen mehr. „Damit ist es ihnen quasi unmöglich, Angebote auf Bauanfragen und Ausschreibungen zu machen. Hier brauchen wir eine andere Form der vertraglichen Zusammenarbeit, zumal die bisherigen Stoffpreisgleitklauseln sich als unwirksam erwiesen haben“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe.

Negative Auswirkungen minimieren

Lieferengpässe würden sich durch den Krieg verschärfen und zusammen mit den daraus resultierenden Preissteigerungen bei Baumaterialien große Herausforderungen für die Baubranche ergeben. „Wie wir diese mit den öffentlichen Auftraggebern lösen können, sollte an einem runden Tisch gemeinsam mit der Bundesregierung beraten werden. Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag deutlicher. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf heimische Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten“, so Pakleppa.

Pakleppa schlägt eine an die aktuellen Preisentwicklungen angepasste Gleitklausel vor: „Notwendig ist eine Klausel, die die starken Preisschwankungen sowie Lieferengpässe abbildet und auffängt. Diese Klausel muss auch auf laufende Verträge angewendet werden, da durch die massiven Preissteigerungen viele Verträge nicht mehr darstellbar sind. Denn grundsätzlich trägt zwar das beauftragte Unternehmen das Risiko steigender Preise; aber in der jetzigen Extremsituation handelt es sich um eine Art von ‚Wegfall der Geschäftsgrundlage‘, da diese Preissteigerungen nicht absehbar waren.“

Dazu kommen laut ZDB steigende Kraftstoffpreise, von denen die Bauwirtschaft als transportintensivste Branche besonders betroffen sei. Lieferengpässe entstünden außerdem zusätzlich aufgrund fehlender ukrainischer Lkw-Fahrer. Die Auswirkungen dieser Krise müssten minimiert werden: „Ansonsten bleiben die großen Bauvorhaben der Regierung auf der Strecke“, erklärt Pakleppa.

zuletzt editiert am 30.03.2022