Im September sind erneut neun Prozent weniger Wohnungsneubauten genehmigt worden als im Vorjahreszeitraum. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe fordert daher stärkere Unterstützung der Hausbauer durch die Politik.
Angesichts rückläufiger Baugenehmigungszahlen, historischer Baukosten und unklarer Förderstarts im kommenden Jahr plädiert der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, für ein stärkeres politisches Signal an die Hausbauer in Deutschland:
Über 15 Prozent weniger Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser
„Auch am Bau ist die Lage mittlerweile brenzlig geworden. Um mehr als neun Prozent brach im September die Zahl der Genehmigungen für den Wohnungsneubau ein. Von Januar bis September genehmigten die Behörden den Bau von insgesamt 272 054 Wohnungen, was einem Rückgang von 3,7 Prozent entspricht. Bei Einfamilienhäusern gingen die Baugenehmigungen gar um 15,4 Prozent zurück.“
Energiekrise und Inflation belasten private Haushalte sowie die Baubranche schwer, erklärt der ZDB dazu. Die Wohnungsbauaufträge seien im August um fast 24 Prozent gegenüber 2021 zurückgegangen, die Wohnungsbaukosten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um mehr als 12 Prozent gestiegen. Aufgrund der daraus folgenden Stornierungen im Wohnungsbau seien die Erwartungen der Unternehmen für das kommende halbe Jahr extrem schlecht, berichtet das ifo Institut. Mit minus 53,8 Punkten erreichten sie den tiefsten Stand seit Beginn der Erhebung 1991.
Das neuen Förderprogramm der Bundesregierung soll erst im März 2023 und mit wahrscheinlich noch schärferen Förderbedingungen kommen – eine „Hiobsbotschaft“ laut Felix Pakleppa, denn bis 2021 seien die Programme ein „Vertrauensanker“ gewesen. Für ihre Neubauvorhaben standen deutschen Bauherren im letzten Jahr 10 Milliarden Euro für Kredite und Tilgungszuschüsse zur Verfügung. Für das kommende Jahr plant das Bauministerium laut ZDB nur noch rund eine Milliarde Euro ein, was angesichts von Inflation, Zinsanstieg und Baukosten viel zu wenig sei.
„Wer baut, braucht klare Planungssicherheit und Zuversicht auf morgen.“
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe
Der ZDB plädiert deshalb für einen Ausbau der Förderungen und Rückendeckung für Bauherren und Auftraggeber durch Eigenkapital stärkende Maßnahmen wie eine Verlängerung des Baukindergelds.
