Zeichnung einer Meetingsituation. Im Hintergrund räumen Menschen Akten zusammen, im Vordergrund geben sich zwei die Hand. Quelle: Gerd Altmann, Pixabay
Gewerkschaft und Arbeitgeber haben acht Stunden verhandelt – eine Einigung gab es nicht. Quelle: Gerd Altmann, Pixabay

Handwerk

15. May 2021 | Teilen auf:

Bau-Tarifverhandlungen vertagt

Sie konnten sich nicht einigen: Die Tarifverhandlungen für das Bauhauptgewerbe zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft sind ohne Ergebnis auf den 21. Juni 2021 vertagt worden.

Die Arbeitgebervertreter und die IG BAU haben sich am Dienstag zur ersten Tarifrunde getroffen. Die IG BAU hatte 5,3 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die rund 890.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe gefordert. Außerdem soll das Modell für die Entschädigung der Wegzeiten, also der meist unbezahlten Fahrten zur Baustelle, weiterentwickelt werden. Die IG BAU forderte weiter eine Angleichung der Löhne im Osten Deutschlands an Westniveau.

Drei Prozent für Löhne oder Wegestrecken

Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft ein frühes Angebot von drei Prozent unterbreitet. „Mit unserem Angebot, das wir der IG BAU bereits heute in der ersten Runde unterbreitet haben, wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir an einem zügigen Abschluss ohne Schlichtung interessiert sind“, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, der auch Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe ist, nach Verhandlungsende. „Ein solches Volumen kann für eine Erhöhung von Löhnen und Gehältern beziehungsweise für die in den Entgelttarifverträgen bereits geregelte Wegestreckenentschädigung genutzt werden.“ Zusätzlich erklärten sich die Arbeitgeber zu einer verbindlichen Ost-West-Anpassung der Entgelte bereit.

Jutta Beeke, Vizepräsidentin des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, ergänzte: „Für uns ist das Gesamtvolumen wie auch die längere Laufzeit eines Tarifvertrags von großer Bedeutung. Denn wir Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen Planungssicherheit.“

„Arbeitgebervorschlag muss noch ordentlich nachgebessert werden“

Aus Sicht der IG BAU ist der Arbeitgebervorschlag nicht ausreichend. „Für 24 Monate lediglich drei Prozent mehr Lohn und Gehalt werden der Leistung unserer Beschäftigten nicht gerecht. Zu einer Entschädigung der Wegezeit haben die Bauunternehmer überhaupt nichts gesagt. Lediglich bei einer Angleichung der Gehälter in Ost und West haben die Arbeitgeber eingesehen, dass es dafür eine Lösung geben muss", sagt Burckhardt, Mitglied des Bundesvorstands der IG BAU und Verhandlungsführer der Arbeiternehmer. Für die zweite Verhandlungsrunde im Juni ist Burkhardt optimistisch: „Die IG BAU kann mit Selbstbewusstsein in die Verhandlungen gehen, denn die Baubranche boomt wie nie zuvor.“

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