Die Renovierung des Badezimmers hat unter allen Renovierungsmaßnahmen mit Abstand den höchsten Stellenwert bei Endverbrauchern. Laut aktueller Saniererbefragung der B+L Marktdaten GmbH aus Bonn haben 38 Prozent der Renovierer in Deutschland in den letzten fünf Jahren das Bad renoviert, 21 Prozent planen dies konkret innerhalb der nächsten 12 Monate und 24 Prozent haben ein grundsätzliches Interesse an einer mittelfristigen Badrenovierung.
Damit liegt die Badrenovierung in der konkreten Planung gegenwärtig weit vor anderen Maßnahmen wie Fußbodenaustausch, Fenstererneuerung oder auch Heizungsaustausch.
Im Rahmen der Renoviererbefragung wurden über 900 Haus- und Wohnungseigentümer befragt, die in den letzten zwei Jahren renoviert haben oder dies in den nächsten zwei Jahren konkret planen.
Ein Grund für die wachsende Zahl an Badrenovierungsprojekten 2011 liegt in der Vergangenheit: Setzt man die allgemeine Bereitschaft zur Badrenovierung in Beziehung zum Bauboom der 90er-Jahre und zu der durchschnittlichen Lebenserwartung eines Produktes, lässt sich feststellen: Der Neubauboom von damals ist das Renovierungspotenzial von heute.
Jedes Produkt hat eine bestimmte durchschnittliche Lebenserwartung, nach Ablauf dieser Zeit wird das Produkt mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgetauscht. Der Grund für den Austausch von Produkten kann sehr unterschiedlich sein (Verschleiß, veraltetes Design, Brennstoffpreise, Anlagen- und Abgaswerte, und so weiter) und ist häufig nicht mit dem Zeitpunkt des Totalausfalls des Produkts gleichzusetzen.
Im Rahmen der wiederkehrenden B+L-Renoviererbefragung wurde die durchschnittliche Lebensdauer verschiedener Produkte bereits mehrere Male erhoben. Setzt man diese Informationen mit der Baufertigstellung von Wohnungen in Beziehung, ist die Ermittlung des wahrscheinlichen Renovierungszeitpunktes und des Produktaustausches möglich.
Wenn man von der in der Befragung ermittelten Lebensdauer von Bauprodukten ausgeht und diese auf die Wohnungsbaulinie projiziert, wird die Bedeutung des zwischen 1988 und 1996 stattgefundenen Baubooms, bei dem die Baufertigstellungen nach einem dreijährigen flachen Anlauf ständig zugenommen haben, deutlich: Die Konjunktur der 90er-Jahre wird, durch die durchschnittliche Produktlebensdauer zeitlich nach hinten verschoben, zu einer Renovierungswelle führen.
F&P-Marktdaten
FLIESEN & PLATTEN und die B+L Marktdaten GmbH aus Bonn präsentieren Ihnen gemeinsam die F&P-Marktdaten.
Dies bedeutet speziell für Bad und Boden, dass Armaturen im Durchschnitt nach 15 Jahren, Sanitärobjekte nach 19 Jahren und Fliesen nach 21 Jahren ausgetauscht werden. So befinden sich die Armaturen bereits seit 2003, die Sanitärobjekte seit 2007 und die Fliesen seit 2009 zumindest theoretisch in der Renovierungswelle, die auf den Wohnungsfertigstellungen der 90er-Jahre basiert. In der Praxis ist diese Renovierungswelle noch nicht angekommen, weil sich zum einen die verzögerte Anlaufphase widerspiegelt, zum anderen die Krise auch hier zur Zurückhaltung geführt hat und geplante Projekte verschoben wurden. Hier kann mit einem hohen Nachholbedarf in 2011 gerechnet werden. Der Höhepunkt der Sanierungswelle für Fliesen wird 2017 erwartet.
Das nächste B+L-Zukunftsforum findet am 12. und 13. Mai 2011 in München statt. Weitere Ergebnisse aus der Befragung finden Sie in der B+L-Sanierungsstudie 2010 unter