Balkendiagramm zeigt den Zuwachs an Auszubildenden 2020 in einzelnen Bauberufen Quelle: SOKA-Bau
Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Auszubildenden zum Fliesen-, Platten- und Mosaikleger um 14,6 Prozent zugenommen. Quelle: SOKA-Bau

Handwerk

10. June 2021 | Teilen auf:

Ausbildungsmarkt: Boomt er genug?

Seit einigen Jahren entwickeln sich die Ausbildungszahlen in der Bauwirtschaft besser als in anderen Branchen. Allerdings steigt auch der Bedarf an Fachkräften. Ob es genug Nachwuchs gibt, zeigt der Ausbildungs- und Fachkräftereport der SOKA-Bau.

Im letzten Jahr ist nach dem Report, für den die SOKA-Bau Baubetriebe befragt hat, die Zahl der neuen Auszubildenden im Bau um 5 Prozent gestiegen, branchenübergreifend gab es 9,5 Prozent mehr neue Azubis als im Vorjahr. Bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern gab es 2020 beachtliche 14,6 Prozent mehr neue Auszubildende als 2019, das ist Platz 3 hinter den Stuckateuren (plus 23,1 Prozent) und den Zimmerern (plus 15,8 Prozent). Auch für 2021 erwartet die SOKA-Bau im Gegensatz zu anderen Branchen für die Bauwirtschaft einen positiven Trend am Ausbildungsmarkt.

150.000 Arbeitnehmer gehen in den Ruhestand

Trotzdem werde sich der Fachkräftemangel in der Baubranche voraussichtlich weiter verstärken. Bereits jetzt sei es für die Betriebe schwierig, Beschäftigte zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen, so die SOKA-Bau. Seit 2011 liegt die jährliche Zahl der Neurentner konstant höher als die Zahl der neuen Azubis. Durch die demografische Entwicklung ist ein weiterer Anstieg der Rentenzugänge vorgezeichnet: Allein in den nächsten fünf Jahren dürfte sich die Zahl der (gewerblichen) Neurentner bei leicht steigendem Rentenzugangsalter um rund 30 Prozent erhöhen. In den kommenden zehn Jahren werden insgesamt rund 150.000 gewerbliche Arbeitnehmer in den Ruhestand gehen.

Suche nach Mitarbeitern dauert länger

Deshalb ist die Branche zukünftig noch stärker auf Rückkehrer und Quereinsteiger aus anderen Branchen angewiesen. Die Besetzung von offenen Stellen wird außerdem länger dauern. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit bleiben offene Stellen im Hochbau derzeit (Stand: April 2021) bereits im Durchschnitt mehr als ein halbes Jahr unbesetzt und damit zwei Wochen länger als vor der Corona-Krise. Nicht viel besser sieht es im Tiefbau und Ausbaugewerbe aus. Auch dort hat sich die sogenannte Vakanzzeit noch einmal erhöht und liegt deutlich oberhalb des Durchschnitts für alle Berufe.

Der Ausbildungs- und Fachkräftereport der Bauwirtschaft 2020 steht bei der SOKA-Bau zum Download bereit.  

www.soka-bau.de