Ein junger Mann kniet vor einer Wand, die er gerade verfliest. (Quelle: F+P Fliesen und Platten/nb)
Auszubildende sind die Zukunft des Fliesenhandwerks und sollten daher fachgerecht ausgebildet werden. (Quelle: F+P Fliesen und Platten/nb)

Aus- & Weiterbildung

18. November 2021 | Teilen auf:

Aus- und Weiterbildung im Fliesenhandwerk

Mit dieser Seite wollen wir die wichtigsten Fragen rund um die Themen Aus- und Weiterbildung für euch klären. Denn der Beruf des Fliesenlegers bzw. der Fliesenlegerin ist nicht einfach nur ein Job. Auch wenn es nach einem Klischee klingt: Für viele ist es eine Berufung. Fliesenleger und Fliesenlegerinnen tun, was sie tun, mit Leidenschaft, Sorgfalt, Kreativität und technischer Genauigkeit. Und das steckt an: Jährlich starten tausende junge Menschen ihre Ausbildung im Fliesenhandwerk.

AUSBILDUNG

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung?

Die erste Voraussetzung für eine Ausbildung im Fliesenhandwerk ist einer der folgenden Schulabschlüsse: Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur oder Fachabitur. Darüber hinaus ist es wichtig, dass du handwerklich geschickt bist und gleichzeitig ein Gespür für kreativ-gestalterische Aspekte hast. Fliesenleger*innen müssen in ihrem Beruf oft Berechnungen anstellen und sich zum Beispiel mit den Untergrundgegebenheiten auskennen, um möglichst maßgetreu arbeiten zu können. Daher spielen auch die Bereiche Mathematik, Physik und Chemie eine wichtige Rolle.

Wo kann ich mich über die Ausbildungsmöglichkeiten in meiner Region informieren?

Einen guten Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten in deiner Nähe bieten dir die zuständigen Handwerkskammern. Diese vertreten alle Handwerkerinnen und Handwerker eines Bezirks und informieren auf ihren Seiten über die verschiedenen Ausbildungsberufe. In Deutschland gibt es insgesamt 53 solcher Handwerkskammern. Auf der Seite des Zentralverbands des Deutschen Handwerks findet ihr eine Karte, auf der alle Kammern eingezeichnet sind.

Wie finde ich Ausbildungsstellen in meiner Nähe?

Freie Ausbildungsstellen findet ihr zum Beispiel auf den üblichen Job- und Ausbildungsportalen. Ihr könnt euch aber auch über eure zuständige Handwerkskammer informieren oder direkt den Fliesenbetrieb in eurer Nähe ansprechen - viele Betriebe sind jedes Jahr wieder auf der Suche nach neuen Auszubildenden.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Fliesenleger und Fliesenlegerinnen?

Mit dem erfolgreichen Abschluss deiner Ausbildung bist du zunächst Gesellin oder Geselle. Damit kannst du erst einmal in vielen Betrieben arbeiten. Wenn du dich noch weiterbilden möchtest, kannst du zum Beispiel den Meister machen (alle Infos dazu findest du unten). Wenn du einen Meisterbrief hast, kannst du deinen eigenen Betrieb gründen oder auch ein Studium beginnen (auch wenn du kein Abitur hast). Es gibt aber auch noch viele andere Optionen, die du als ausgebildete*r Fliesenleger*in zur Auswahl hast.   

Abgesehen davon ist es für jede*n Fliesenleger*in wichtig, immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, was Technik, Werkzeuge, Branche und vieles mehr betrifft. Deshalb informieren wir bei Fliesen und Platten regelmäßig über aktuelle Trends und Entwicklungen – online zum Beispiel über die Website oder unsere Social Media Kanäle und analog einmal im Monat mit unserer Fachzeitschrift. Die gibt es übrigens für Azubis und Meisterschüler*innen zum reduzierten Preis von zehn Euro im Monat.

MEISTER

Wo kann ich meinen Fliesenleger-Meister machen?

Hier haben wir euch eine Liste mit den deutschen Meisterschulen zusammengestellt, sortiert nach den jeweiligen Bundesländern.

Baden-Württemberg

Bildungsakademie Handwerkskammer Mannheim – Rhein-Neckar – Odenwald
Teilzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht:
Teil I: 2 Wochen in Vollzeit
Teil II: Dienstag und Donnerstag 08.00 Uhr – 14.00 Uhr
Samstag 8.00 – 14.00 Uhr

Kosten:
5.195 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Steinbeisschule Stuttgart
Bundesfachschule für das Fliesenlegerhandwerk

Vollzeit, Teile I bis IV, Beginn Anfang Februar,  Dauer: 2 Schulhalbjahre

Unterricht :
Montag bis Freitag 8.10 Uhr – 16.30, außer in den Schulferien

Kosten:
Keine Schulgebühren (Aufnahmeantrag), nur Kosten für Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Heilbronn

Teilzeit
600 Unterrichtseinheiten

Kosten:
4.190 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Konstanz
Bildungsakademie Rottweil

Teilzeit oder Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Teilzeit: Freitag 8.00 Uhr – 16.00, Samstag 08.00 Uhr – 16.00 Uhr
Vollzeit: Montag bis Donnerstag 8.00 Uhr – 16.00 Uhr, Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

Kosten :
5.350 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Bayern

Bauinnung München-Ebersberg

Vollzeit

Kosten :
7.570 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz
Straubing

Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag 8.45 Uhr – 16.15 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 8.00 Uhr – 16.15 Uhr, Freitag 8.00 – 12.15 Uhr

Kosten :
5.350 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Brandenburg

Handwerkskammer Cottbus
Akademie des Handwerks

Kombinationslehrgang mit Voll- und Teilzeitphasen
400 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Teilzeitphase: einzelne Tage von 8.00 - 15.00 Uhr
Vollzeitphase: montags bis freitags von 8.00 - 15.00 Uhr

Kosten :
4.660 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Frankfurt (Oder)

Teilzeit, Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht:
Freitag 15.00 Uhr – 20.10 Uhr
Samstag 08.00 Uhr – 15.00 Uhr2 Wochen Vollzeit in Teil 1

Kosten:
4.900 Euro zzgl. Prüfungsgebühren

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Hamburg

Handwerkskammer Hamburg
Elbcampus

Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Freitag 8.00 Uhr – 15.15 Uhr
Unterricht auch samstags möglich von 8.00 Uhr – 15.15 Uhr

Kosten :
5.900 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Hessen

Handwerkskammer Wiesbaden
Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Wiesbaden II

Teilzeit
626 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Mittwoch 17.15 Uhr – 21.00 Uhr
Samstag 7.30 – 13.15 Uhr

Kosten :
3.756 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Mecklenburg-Vorpommern

Landesinnungsverband des Bauhandwerks Mecklenburg-Vorpommern
Schwerin

Teilzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 14.30 Uhr – 19.30 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 15.00 Uhr

Kosten :
4.000 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Niedersachsen

Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
TZH Stade zu Stade

Teilzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 17.00 Uhr – 21.00 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 15.00 Uhr
Blockwochen in Vollzeit

Kosten :
5.950 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Oldenburg Berufsbildungszentrum zu Oldenburg (Oldenburg)

Teilzeit

452 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 18.00 Uhr – 21.15 Uhr
Samstag 8.15 Uhr – 13.45 Uhr

Kosten :
2.855 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Hannover
Campus Handwerk zu Garbsen

Teilzeit
Ca. 600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 18.00 Uhr – 21.15 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 13.00 Uhr

Kosten :
4.950 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

Teilzeit
500 Unterrichsteinheiten

Unterricht :
Freitag 16.30 Uhr – 19.45 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 13.00 Uhr

Kosten :
4.370 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Nordrhein-Westfalen

Handwerkskammer Düsseldorf
Krefeld

Teilzeit

Kosten :
5.380 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Bildungszentrum Münster

Teilzeit und 2 Vollzeitwochen

Unterricht :
Freitag 17.00 Uhr – 21.00 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 12.00 Uhr

Kosten :
6.300 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer zu Köln

Vollzeit
630 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Freitag 8.15 Uhr – 16.45 Uhr
ggf. Samstag

Kosten :
5.150 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Aachen
Simmerath

Vollzeit
610 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Donnerstag 8.00 Uhr – 16.15 Uhr
Freitag 8.00 Uhr – 14.00 Uhr

Kosten :
4.200 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Südwestfalen
Arnsberg

Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Donnerstag 8.00 Uhr – 15.45 Uhr
Freitag 8.00 – 12.00 Uhr

Kosten :
4.330 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Rheinland-Pfalz

Handwerkskammer Koblenz

Vollzeit
600 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Donnerstag 8.30 Uhr – 15.30 Uhr
Freitag 8.30 – 13.30 Uhr

Kosten :
5.500 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Sachsen

Handwerkskammer Dresden Bildungszentren in Dresden, Großenhain und Pirna zu Dresden

Teilzeit
624 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 15.00 – 30.00 Uhr
Samstag 8.00 Uhr – 15.00 Uhr

Kosten :
5.799 Euro zzgl. Prüfungsgebühr und Sachkosten

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Handwerkskammer zu Leipzig

Vollzeit
660 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Montag bis Freitag 8.00 Uhr – 15.15 Uhr

Kosten :
5.523 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Handwerkskammer Chemnitz

Teilzeit
660 Unterrichtseinheiten

Unterricht :
Freitag 15.00 – 20.00 Uhr
Samstag 7.30 Uhr – 14.30 Uhr

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Sachsen-Anhalt

Handwerkskammer Halle (Saale)

Teilzeit
600 Unterrichtseinheiten

Kosten :
5.080 Euro zzgl. Lernmittel und Prüfungsgebühr

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Welche Vorteile hat es, einen Meister zu machen?

Wenn du den Meister hast, bist du befugt, deinen eigenen Betrieb zu gründen. Das geht ansonsten nur, wenn du entweder Bauingenieur*in bist oder einen Meister bzw. eine*n Bauingenieur*in in Vollzeit beschäftigst. Es gibt heute allerdings trotzdem einige Betriebe, die diese Vorgaben nicht erfüllen. Das liegt daran, dass die Meisterpflicht im Fliesen-Handwerk zwischen 2004 und 2020 abgeschafft war. Diese Betriebe haben auch heute noch einen sogenannten Bestandsschutz und dürfen daher auch ohne Meister geführt werden.

Darüber hinaus verfügen Fliesenlegermeister natürlich über ein sehr großes Fachwissen, von dem sowohl sie selbst, als auch Ihre Kundinnen und Kunden profitieren.

Wieviel kostet es, den Fliesenlegermeister zu machen?

Die Kosten für die Weiterbildung zum Meister variieren je nach Meisterschule, Bundesland und Unterrichtsform. In den meisten Fällen belaufen sich die Kosten aber zwischen einem Betrag von 4.000 und 6.000 Euro (zuzüglich der Gebühren für die Prüfung selbst). Die genauen Kosten erfahrt ihr direkt bei der jeweiligen Meisterschule (Liste siehe oben). Aber keine Sorge: Ihr könnt einen ganzen Teil der Kosten durch verschiedene Förderangebote zurückholen. Welche Möglichkeiten es da konkret gibt, lest ihr im nächsten Punkt.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den Fliesenlegermeister?

Als Meisterschüler*in kannst du einen Antrag für das sogenannte Aufstiegs-BAföG stellen. Damit werden Menschen unabhängig vom Alter gefördert, die  sich auf einen Fortbildungsabschluss zum/zur Handwerks- und Industriemeister*in, Erzieher*in, Techniker*in, Fachkaufmann*frau, Betriebswirt*in oder auf eine von mehr als 700 vergleichbaren Qualifikationen vorbereiten. Es gibt einige Voraussetzungen, wie Beispielsweise die Mindeststundenzahl von 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen bei Vollzeitmaßnahmen, die aber eigentlich jede genannte Meisterschule erfüllt.

Mit dem Aufstiegs-BAföG werden unter anderem Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, unabhängig von Einkommen und Vermögen gefördert. Die Fördersumme kann hier bis zu 15.000 Euro betragen und muss nicht zurückgezahlt werden. Darüber hinaus können Meisterschüler*innen in Vollzeit einen Beitrag zum Lebensunterhalt erhalten. Dieser ist allerdings abhängig von Vermögen und Einkommen. Für die restlichen anfallenden Kosten gibt es ein Angebot der KfW für ein zinsgünstiges Darlehen. Ausführliche Informationen zu den Fördersummen, den geförderten Maßnahmen und vieles mehr findet ihr hier.

Was ist ein Triales Studium?

Beim Trialen Studium kombinierst du Ausbildung, Meister und Studium. Das heißt, nach dem Abschluss hast du nicht nur deinen Meister, sondern gleichzeitig auch schon den Bachelor Handwerkmanagement. Um das zu schaffen, braucht es natürlich etwas mehr Zeit, weswegen das Triale Studium auch viereinhalb Jahre dauert.

Aber es lohnt sich, denn das Triale Studium im Handwerk verbindet die Vorteile einer dualen Berufsausbildung mit denen eines Hochschulstudiums. Um das Triale Studium absolvieren zu dürfen, braucht es einen Fachhochschulabschluss oder die allgemeine Hochschulreife. Dieser besondere Bildungsweg wird momentan von der Fachhochschule des Mittelstandes zusammen mit den Handwerkskammern Köln, Hannover und Schwerin angeboten sowie von der Hochschule Niederrhein ebenfalls zusammen mit verschiedenen Partnern.

zuletzt editiert am 13.12.2021